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Internationale Zeitschriftenschau am 25. Oktober

Keine Bevorzugung von Getauften bei Aufnahme in katholischen Schulen
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Keine Bevorzugung von Getauften bei Aufnahme in katholischen Schulen

In Irland wird es künftig verboten sein, dass katholische Schulen, die zu viele Anmeldungen erhalten, sich – wie bisher – die Schüler aufgrund ihres Glaubens aussuchen können. Wie das britische Magazin The Tablet mitteilt, unterzeichnete der ehemalige irische Bildungsminister und jetzige Minister für Kommunikation, Klimaschutz und Umwelt, Richard Bruton, ein Gesetz, das ab dem kommenden Schuljahr eine vorrangige Aufnahme von getauften Kindern an katholischen Schulen unterbindet. Dies, so Bruton, würde größere Gerechtigkeit gewährleisten: „Dieses enorm wichtige Gesetz wird Eltern künftig einen einfacheren Zugang zu örtlichen Schulen erleichtern, um ihre Kinder an einer Schule anzumelden, die ihren Bedürfnissen entspricht.“ Seamus Mulconry, Generalsekretär der CPSMA (Catholic Primary Schools Management Association), hielt dagegen: „Es gibt weite Regionen im Land, in denen es keine überfüllten Schulen gibt, und es gibt zudem viele Schulen, die vor diesem Gesetz die Religion bei ihren Zulassungskriterien überhaupt nicht berücksichtigten.“ Der wahre Grund seien die finanziellen Mittel, und nicht die Religion, „und die Verantwortung für die ausreichende Bereitstellung von Schulplätzen lag in der Zuständigkeit des Bildungsministeriums“.

„Die Zurückeroberung der Republik“

„Frankreich zerbricht, aber Macron leugnet das noch immer“, titelt der Spectator. Macron habe nach dem Rücktritt von Innenminister Gérard Collomb Christophe Castaner ernannt. Am Ende seiner 18-monatigen Tätigkeit als Minister war der 71-jährige Collomb aufgerieben durch das ungeheure Ausmaß seiner Aufgabe. Er verließ seinen Posten „mit einer Botschaft, die seinem Nachfolger einige schlaflose Nächte bereiten sollte“. Nach dem Besuch der Innenstädte von Marseille, Toulouse und Paris sagte Collomb: „Die Lage ist sehr schwierig, und die Formulierung ,die Zurückeroberung der Republik‘ ist zutreffend, da in diesen Stadtteilen das Gesetz des Stärksten regiert – das Gesetz der Drogenhändler und der radikalen Islamisten, das die Republik ersetzt hat“. Bei seinem Abschied brachte er seine Angst darüber zum Ausdruck: „Wenn etwas heute nicht getan wird, dann wird morgen Frankreich mit ,immensen Problemen‘ konfrontiert sein“. Das Risiko zu einem Bürgerkrieg bestehe immer, sagte er: „Das ist kein Hirngespinst, auch wenn ich den Ausdruck ,Bürgerkrieg‘ nicht gerne verwende.“ Spectator-Autor Gavin Mortimer schreibt: „Die Tragödie besteht darin, dass dies keine neue Warnung ist. Frankreich war in Bezug auf das, was Collomb als ,Ghettosisierung‘ Frankreichs beschreibt, bereits ab 2002 seit der Veröffentlichung des Buches ,Les Territoires perdues de la République‘ gewarnt. Einer der Herausgeber war Barbara Lefebvre, die, anstatt für ihre ehrliche Untersuchung gelobt zu werden, als islamophob dafür gebrandmarkt wurde, dass sie es gewagt hatte, das Unaussprechliche auszusprechen.“ Soeben haben zwei Journalisten von Le Monde ein Buch veröffentlicht, „in dem sie das Ausmaß der Islamisierung von Seine-Saint-Denis nördlich von Paris schildern, wo Busfahrer sich weigern, die Hand ihrer Kolleginnen zu schütteln und Schulmädchen sich selbst vom Schwimmunterricht abmelden“. Und dann die Gewalt in Frankreich: „die häufigen Überfälle aus dem Hinterhalt, die antisemitischen Morde, die homphoben Angriffe und die sexuellen Belästigungen. Letzteres ist so schlimm, dass in Seine-Saint-Denis ein Projekt startete, bei dem Frauen Busfahrer bitten können, sie so nahe wie möglich an ihrem Haus abzusetzen“. Lefebvre glaubt, dass die Situation in Frankreich nun schon so schlimm ist, dass „der kritische Punkt nahe ist“. Kein Land in Westeuropa, meint Mortimer, „zerbricht so schnell und so nachhaltig wie Frankreich, doch daran sind nicht die Nationalisten schuld. Doch sein Präsident lehnt es ab, sich der Wirklichkeit zu stellen.“

GINKS: Der Umwelt zuliebe keine Kinder

Weniger Kinder zu bekommen, ist in unseren Zeiten wohl „die ultimative Öko Heldentat“! Das meint die französische Zeitschrift Le Point satirisch, als sie sich mit den US-amerikanischen „Ginks“ befasste. Diese Abkürzung steht für „Green Inclination No Kids“ („Grüne Neigungen, keine Kinder“), also für jene Frauen, die glauben, dass „die Überbevölkerung verheerende Auswirkungen auf die Klimaerwärmung“ habe, und die beschließen, sich nicht zu vermehren, um den Planeten zu retten. Laut einer Studie trage eine amerikanische Familie, die sich für ein Kind weniger entscheidet, ebenso viel zu einer Reduzierung des CO2 bei wie 684 Erwachsene, die ihren Müll lebenslang recyceln. Einige Aktivistinnen behaupten, dass „der einzige Ausweg für die Frauen die endgültige Sterilisation und für ihre männlichen Komparsen die Vasektomie“ sei.

Ansichten des kinderlosen Präsidenten Macron

Unter dem Hashtag #PostcardsForMacron präsentieren sich indes weit über Hundert kinderreiche Mütter und Väter mit den Fotos ihrer Familie, die oftmals aus 6,7 oder acht und sogar noch weit mehr Sprösslingen bestehen. Sie reagierten damit auf eine Aussage von Präsident Macron, die während seiner Rede auf dem zweiten Goalkeepers Event der Bill & Melinda Gates-Stiftung in New York City fiel. Dem Catholic Herald zufolge betonte Macron: „Ich sage immer, zeigen Sie mir die hervorragend ausgebildete Frau, die sich dafür entscheidet, 7, 8 oder 9 Kinder zu bekommen.“ Zudem verglich der kinderlose Staatschef den Kinderreichtum einer Familie damit, ein Mädchen bereits als Kind zwangszuverheiraten: „Bitte zeigen Sie mir das junge Mädchen, das beschließt, die Schule mit zehn Jahren zu verlassen, um mit zwölf verheiratet zu werden.“ Als Reaktion auf die Skepsis Macrons äußerten sich nun die kinderreichen Familienmütter, viele von ihnen promovierte Akademikerinnen, auf Twitter. Die französische Zeitschrift Valeurs Actuelles kommentierte Macrons Statement ebenfalls. Gabrielle Cluzel empört sich und fragt: „Es ist noch gar nicht lange her, dass die Regierung diesen Müttern die Dankbarkeit der Nation bekundete (die französische Familienmedaille gibt es immer noch), und heute hält sie sie für ungebildet? Man kann nur schwerlich glauben, dass Bianca von Kastilien und Königin Victoria – um nur einige zu nennen – ein bisschen doof gewesen sein sollten.“ „Nein“, so schreibt sie weiter, „die Größe der Familie ist nicht umgekehrt proportional zu der des Gehirns. Emmanuel Macron möchte Beispiele? So etwa Clara Gaymard, Absolventin der französischen Elitehochschule ENA und Mutter von neun Kindern.“ Und was sei überhaupt „mit all den anonym bleibenden Müttern in Frankreich oder im Ausland, die in ihrer Ecke bei ihrer Erziehungsarbeit eifrig tätig sind, die doch aber gerne einmal einen Augenblick innehalten möchten, um im Elysée-Palast vorstellig zu werden?“

DT/KS

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