Inschrift aus der Zeit König Davids vorgestellt

In dieser Woche hat die Israelische Antikenbehörde eine Inschrift aus der Zeit König Davids in Jerusalem der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Inschrift auf Tonscherben, die bereits 2012 bei Ausgrabungen in der Festungsanlage Chirbet Kajafa südwestlich von Jerusalem gefunden worden waren. Sie datierten die Funde in die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts vor Christus. Die Inschrift „Ischba'al Ben Beda“ ist in Alt-Kanaanitischer Schrift verfasst. Den Archäologen zufolge sei dies das erste Mal, dass der Name Ischba'al auf einer in Israel gefundenen Inschrift auftauche. Er sei überhaupt nur im frühen 10. Jahrhundert gebräuchlich gewesen. Danach sei er nicht mehr verwendet worden. Das hat den Archäologen zufolge mit dem Bezug auf die kanaanitische Gottheit Ba'al zu tun, den man später aus theologischen Gründen habe vermeiden wollen. Der Personenname „Ischba'al“ taucht neben dem jüngsten Fund nur in der Bibel auf. Er bezeichnet dort den Sohn König Sauls, der das Königreich Israel für kurze Zeit regierte und schließlich von seinen Anhängern ermordet wurde. Sein Haupt wurde König David in Hebron übergeben. Im 2. Buch Samuel werde Ischba'al zur Vermeidung des Ba'als-Namens als Ischboschet bezeichnet. Im ersten Buch der Chronik indes habe sich der ursprüngliche Name Ischba'al erhalten. Die Aufschrift auf dem Tonkrug verweise wahrscheinlich auf den Besitzer eines großen landwirtschaftlichen Anwesens. Die Erzeugnisse des Gutes seien möglicherweise in den Gefäßen aufbewahrt und transportiert worden. Dies belege eine komplexe Wirtschafts- und Sozialordnung. Die Archäologen betonten weiter, dass es bis vor fünf Jahren überhaupt keine Inschriften aus dem Königreich Juda aus der Zeit des 10. Jahrhunderts vor Christus gegeben habe. Inzwischen seien indes mehrere gefunden worden. Zu ihnen geselle sich der jetzt vorgestellte Fund. Damit habe sich die Vorstellung von der Bedeutung der Schrift im Königreich Juda in dieser Zeit grundlegend verändert. Sie sei weiter verbreitet gewesen als bisher vermutet, so die Archäologen. om

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