Grundschullehrer muss unterm Kreuz unterrichten

Ein Grundschullehrer in Bayern muss weiter in Klassenzimmern unterrichten, in denen ein Kreuz hängt. Das Verwaltungsgericht Augsburg wies die Klage des Pädagogen ab, der sich als Atheist bezeichnet und die Entfernung des Kreuzes gefordert hatte. Als Begründung führte das Gericht an, der Lehrer habe zwar ein Recht auf Gewissensfreiheit, er sei als Erwachsener im Gegensatz zu minderjährigen Schülern in seiner Persönlichkeit aber weiter gefestigt. Deshalb habe er auch zu respektieren, dass der Bedeutungsgehalt des Schulkreuzes gesetzlich festgelegt sei. Justizministerin Beate Merk (CSU) begrüßte die Entscheidung. Damit werde die bisherige Rechtsprechung weiter fortgesetzt. Es gehe um die Erziehung und Bildung junger Menschen. Das Kreuz stehe für die christlich-abendländischen Bildungs- und Kulturwerte. Persönliche Geschmäcker eines Lehrers müssten sich dem unterordnen. Bei allem Respekt für die Glaubens- und Gewissensfreiheit jedes Einzelnen dürfe das die Gesellschaft zusammenhaltende Wertekorsett nicht der Gleichgültigkeit geopfert werden. „Kreuze werden auch künftig in Bayerns Klassenzimmer hängen“, betonte Kultusminister Siegfried Schneider (CSU). Schließlich gehöre die „Ehrfurcht vor Gott“ nach der Bayerischen Verfassung zu den obersten Bildungszielen. DT/KNA

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