Geschwister-Scholl-Preis für Buch über Odenwaldschule

Der Autor Andreas Huckele wird an diesem Montag mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Der 43-Jährige bekommt den mit 10 000 Euro dotierten Preis für sein Buch über sexuellen Missbrauch an der Odenwaldschule mit dem Titel „Wie laut soll ich denn noch schreien? Die Odenwaldschule und der sexuelle Missbrauch“. Das Buch veröffentlichte er unter dem Namen Jürgen Dehmers. Erst in der vergangenen Woche gab er sein Pseudonym auf und machte seinen echten Namen öffentlich bekannt. Huckele beschreibt in dem Buch, was ihm und anderen Jugendlichen während ihrer Schulzeit in der einstigen pädagogischen Vorzeige-Einrichtung angetan wurde. Er schildert auch die Folgen des sexuellen Missbrauchs, Traumatisierung, Gefühle der Ohnmacht, Angst, Wut und Ekel, bis hin zu Suchtkrankheiten und Suizidgefahr. Die Jury will den Mut des Autors belohnen, das Schweigen durchbrochen zu haben, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilte. „Er deckt die Mechanismen auf von Vertuschung, Verschweigen, Abhängigkeit, Bedrohung, die einen fortgesetzten Missbrauch erst möglich machen“, heißt es in der Jury-Begründung. „Auch darin liegt eine große Leistung dieses Buches: dass es hinweist auf das Versagen von Zivilgesellschaft und Rechtsstaat, von Bürgern, Pädagogen, bis hin zu Presse und Justiz.“ Das Buch sei ein notwendiger Appell für Zivilcourage. Die Verleihung findet im Rahmen des Literaturfestes München statt. DT/dpa

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