Fernsehtipp

Bernhard Lichtenberg war Domprobst der Berliner Hedwigskathedrale, als er 1942 zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Danach sollte er ins KZ Dachau eingeliefert werden, starb aber auf dem Weg dorthin am 5. November 1943 in Hof. Mit Goebbels hatte er sich bereits 1930 angelegt, als Lichtenberg die Vorführung von „Im Westen nichts Neues“ förderte. Später wurde ihm von Kardinal von Preysing die Seelsorge für „nicht-arische“ Christen übertragen. Nach dem 9. November 1938 betete er öffentlich für die verfolgten Juden. Sein Protest gegen die Euthanasiegesetze brachte jedoch die Nazis endgültig gegen ihn auf. Lichtenberg wurde 1996 von Johannes Paul II. seliggesprochen. 2004 wurde er als „Gerechter unter den Völkern“ anerkannt.

Der rbb strahlt am Ostermontag eine Dokumentation von Juri Köster aus, die Lichtenbergs Leben mit Dokumenten und Interviews nachzeichnet. Der Zuschauer folgt den Schritten von Maxime Lichtenberg, der Ururgroßnichte des Domprobstes, die in Berlin auf Spurensuche geht. Besonderes Gewicht unter den Interviewpartnern besitzt Gotthard Klein, Leiter des Diözesanarchivs, der Lichtenbergs Nachlass auch im Hinblick auf eine mögliche Heiligsprechung betreut. Eine faktenreiche und packende Dokumentation. J.G.

„Ein frommer Sturkopf. Bernhard Lichtenberg – Leben und Widerstand“. Regie: Juri Köster, Ostermontag 6. April, 17.00 Uhr, rbb, 45 Min.

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