Einsatz für Internetsicherheit

Jugendliche sehen „Abzocke“ als größte Gefahr. Von Carl-H. Pierk

Das Internet ist für fast alle Jugendlichen zu einem alltäglichen Medium geworden. Jeder Zweite hat einen eigenen Internetzugang. Kommunikation und Information in bislang ungewohntem Ausmaß bringen viele Vorteile und Chancen mit sich, bergen aber auch Risiken. Um die sichere Nutzung moderner Kommunikationsmittel zu fördern und Verbraucher vor unerwünschten Inhalten zu schützen, hat die Europäische Union 1999 das „Safer Internet Programme“ ins Leben gerufen: einen Aktionsplan zur Bekämpfung illegaler und schädlicher Inhalte sowie zur Schaffung von Sensibilität und eines sicheren Umfelds für junge User. Und klicksafe ist der deutsche Beitrag in diesem Projekt.

Die Arbeit von klicksafe soll in erster Linie eine sichere Nutzung des Internets durch Kinder und Jugendliche ins öffentliche Bewusstsein rücken und somit verbessern, da junge Menschen leichter als Erwachsene auf unseriöse Geschäftsangebote eingehen oder möglicherweise persönliche Daten oder Details arglos preisgeben. Klicksafe richtet sich daher nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern ebenso an Eltern, Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen, die in ihrer täglichen Arbeit und Nähe zu den Jugendlichen diese im Hinblick auf einen kompetenten Umgang mit dem Internet sensibilisieren können. Klicksafe wird gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz (Projektkoordination) und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) umgesetzt.

Beim kommenden „Safer Internet Day“ am 8. Februar rückt klicksafe wieder die Themen rund um die sicherere Onlinenutzung in den Mittelpunkt. Wie in den vergangenen Jahren ruft klicksafe Institutionen, Unternehmen, Schulen, Jugendorganisationen, Bildungseinrichtungen und Privatpersonen zur Teilnahme in eigener Regie auf. Beteiligen können sich alle, denen Internetsicherheit ein Anliegen ist.

Jugendliche sind sich der Gefahren im Internet allerdings durchaus bewusst. Während in der öffentlichen Wahrnehmung mehr sexuelle Anmache in der Diskussion steht, sind aus Sicht der Jugendlichen eher Abzocke und Datenmissbrauch/-manipulation sowie Viren das Problem. Auch Cybermobbing wird von Jugendlichen als Gefahr wahrgenommen. Immerhin kann jeder vierte Jugendliche berichten, dass in seinem Freundeskreis schon einmal jemand im Internet „fertiggemacht“ wurde. Das sind Ergebnisse der JIM-Studie 2010 (Jugend, Information, (Multi-)Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs). Soziale Netzwerke im Internet haben eine starke Anziehungskraft auf Jugendliche. Zwei Drittel der jugendlichen Onliner haben Fotos oder Filme von sich ins Netz gestellt, jeder Vierte hat dort seine Kontaktdaten hinterlassen. Marktführer ist weiterhin „schülerVZ“; es wird von jedem Zweiten genutzt. Aber die Bereitschaft, persönliche Daten im Internet zu verbreiten, ist gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Das Internetangebot www.handysektor.de bietet beispielsweise eine gute Orientierung.

www.klicksafe.de/sid. Die JIM-Studie: www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf10/JIM2010.pdf

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