Ein Verbot wäre dringend nötig

Ein brisantes Thema hatte am Mittwochabend Fernsehpremiere: Mit „Bis nichts mehr bleibt“ zeigte die ARD den ersten Spielfilm, der die Organisation Scientology beim Namen nennt und deren subtile Methoden und Mechanismen thematisiert. Denn kritische Berichterstattung versucht Scientology massiv zu behindern. Auch juristisch konnte der Film nicht verhindert werden. Und der Film lässt keinen Zweifel daran aufkommen, was nach Ansicht seiner Macher folgen muss: Das Verbot von Scientology, einer Pseudo-Religion, die Menschen mit totalitären Mitteln in die Abhängigkeit treibt und dabei ganze Familien zerstört. Endlich muss Schluss sein mit der Unentschlossenheit der deutschen Politik, ein Verbotsverfahren zu prüfen. In der aktuellen Innenministerkonferenz der deutschen Bundesländer hatte sich, mit Ausnahme von den Ländern Bayern und Hamburg, bis heute keine eindeutige Mehrheit für ein Scientology-Verbot gefunden, obwohl die Organisation seit dem Jahr 1997 vom deutschen Bundesverfassungsschutz beobachtet wird. Hamburgs Sekten-Expertin Ursula Caberta hofft daher nach Ausstrahlung des TV-Dramas „Bis nichts mehr bleibt“ auf einen neuen Anlauf für ein Scientology-Verbot. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fordert bereits ein Verbot der Organisation, nennt sie im Bild.de-Interview „verfassungsfeindlich, menschenverachtend und gefährlich“. Die im Anschluss an den Film gezeigte Sendung „Hart aber fair“ litt darunter, dass dem Scientology-Repräsentanten immer wieder Gelegenheit zur Nennung von Internet-Adressen seiner Organisation geboten wurde. Und warum hat man nicht einen kundigen kirchlichen Sektenbeauftragten hinzugezogen?

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