Ein guter Wegweiser

Schnelle Hilfe und Rat im Netz zu Fragen sexuellen Missbrauchs. Von Anna Sophia Hofmeister
Foto: dpa | Opfer sexuellen Missbrauchs und Angehörige wissen oft nicht, an wen sie sich wenden können. Eine Internetdatenbank will Abhilfe schaffen.
Foto: dpa | Opfer sexuellen Missbrauchs und Angehörige wissen oft nicht, an wen sie sich wenden können. Eine Internetdatenbank will Abhilfe schaffen.

Ein neues Online-Angebot informiert Betroffene, ihre Angehörigen und Menschen, die Opfern helfen wollen, umfassend zu Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Auf der Website www.hilfeportal-missbrauch.de lässt sich nicht nur Wissenswertes zu möglichen Hilfen und Beratung, Schutz und Vorbeugung und Rechtslagen abrufen, sondern auch Unterstützung direkt vor Ort finden. Eine Datenbank ermöglicht bundesweit die Suche nach Beratungs- und Hilfsangeboten in der Nähe.

„Sexuelle Gewalt in der Kindheit oder Jugend wirkt nach“, sagt Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs, zum Start der Website. Zeitnahe, leicht zugängliche und individuelle Hilfen seien daher unverzichtbar, um der Gewalterfahrung angemessen zu begegnen. Doch der Weg in die Beratung oder Therapie sei nicht immer einfach und könne die Betroffenen, ihre Familien und ihr Umfeld zusätzlich belasten. „Das Hilfeportal Sexueller Missbrauch ersetzt keinesfalls die notwendige persönliche Hilfe vor Ort; will aber ein guter Wegweiser sein, diese wichtige Hilfe schnell zu finden – für Betroffene und für Menschen, die ihnen nahestehen, aber auch für Fachkräfte, die mehr Informationen zum Thema suchen“, so Rörig.

Übersichtlich gegliedert, leicht verständlich und umfassend verlinkt, können Betroffene hier vorab rasch eine gute Orientierung, passgenaue Hilfen und Beratung finden. Die einzelnen Seiten lassen sich über einen entsprechenden Button einfach ausdrucken und archivieren. In der Datenbank sind zahlreiche Kontakte vereint: Zu örtlichen Beratungsstellen spezifischer und allgemeiner Art (Fachberatungsstellen, allgemeine Familien-, Erziehungs- und Lebensberatungsstellen), zu Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Ärztinnen und Ärzten, Traumaambulanzen und Fachkliniken. Außerdem die Kontakte zu Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten (Opferanwälte), telefonischen Hilfsangeboten und weiterführenden Online-Angeboten, wie auch zu Krisendiensten (auch Kinder- und Jugendnotdienste) und Jugendämtern. In jedem Fall wird erklärt, in welcher Situation sich welcher Kontakt am besten bewährt: Mit der Eingabe seiner Postleitzahl gelangt man dann einfach zur nächstgelegenen Hilfestation. Die einzelnen Kontakte sind geprüft; die inhaltliche Konzeption des Portals erfolgte unter Einbindung weiterer Bundesministerien (Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerium für Arbeit und Soziales Bundesministerium der Justiz) sowie von Betroffenen, Fachberatungsstellen, der Bundespsychotherapeutenkammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, dem GKV Spitzenverband, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Bundesärztekammer. Auch die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention (DGfPI), der Deutsche Anwalt Verein (DAV), die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes und der Kriminalitätsopferverein WEISSER RING sind an dem Projekt beteiligt.

„Mit dem neuen Hilfeportal folgen wir den Empfehlungen des ehemaligen Runden Tisches ,Sexueller Kindesmissbrauch’, der deutlich hervorgehoben hat: Wir brauchen Aufklärung, damit sexuelle Gewalt in Deutschland besser verhindert werden kann“, sagt Rörig. Mit seinem Team müsse er dafür sorgen, dass Betroffene schnell individuelle Hilfen erhalten. Die Informationen auf dem Portal sollen zukünftig nicht nur in Deutsch, sondern auch in mehreren Sprachen erhältlich sein.

www.hilfeportal-missbrauch.de

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