Göttingen / Shenzhen

Die gelbe Gefahr 2.0

Gesellschaft für bedrohte Völker: "Spionage und Missbrauch unserer Daten durch China verhindern".
Verkäuferinnen in einem Huawei-Geschäft sprechen mit Kunden
Foto: Kin Cheung (AP) | Verkäuferinnen in einem Huawei-Geschäft sprechen mit Kunden.

"Helfen Sie uns dabei, Spionage und Missbrauch unserer Daten durch China zu verhindern." So heißt es in einer Petition der "Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)" gegen eine Beteiligung des regierungsnahen chinesischen Technikgiganten "Huawei" am deutschen 5G-Mobilfunknetz.

Erhalt der Freiheit und Unabhängigkeit Deutschlands

Es gehe, so GfbV-Direktor Ulrich Delius, um weit mehr als nur um Marktanteile und um die wirtschaftliche Vormachtstellung in einer Schlüsseltechnologie: Es gehe um Datensicherheit und damit um den Erhalt der Freiheit und Unabhängigkeit Deutschlands. Die 1970 gegründete Göttinger Gesellschaft ist eine international tätige Nichtregierungsorganisation, die sich für die Rechte von religiösen, sprachlichen und ethnischen Minderheiten einsetzt.

Systematische Erfassung und Auswertung der Daten

Spionage und Missbrauch unserer Daten durch "Huawei" – das ist ein schwerer Vorwurf.  Die GfbV erhärtet ihn mit Erkenntnissen aus China. Dort geschieht die Überwachung und Unterdrückung ethnischer Minderheiten wie den Uiguren, Kirgisen und Kasachen mittlerweile auch durch die elektronische Erfassung fast aller Lebensvorgänge und die systematische Auswertung der resultierenden Daten. Wo fährt welches Auto wohin? Wer ruft wen an? Welche Apps hat man auf dem Handy? Fragen, auf die Datenströme Antworten bieten. Und bei der Erfassung dieser Daten spielt "Huawei" eine zentrale Rolle. Wenn die Antworten den Behörden nicht passen, werden Menschen inhaftiert und verschwinden für lange Zeit in Umerziehungslagern. Die Zahl der Insassen solcher Lager beziffert das US State Department mit bis zu zwei Millionen.

Worum es China politisch geht, welche Rolle "Huawei" in diesem Kalkül spielt und wie deutsche Unternehmen auf den chinesischen Technikgiganten reagieren, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 7. März. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT (jobo)

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