Das Regime übt weiter Druck aus

Eine Kubanische Journalistin verliert ihr ungeborenes Kind, anschließend wird ein Brandanschlag auf ihr Haus verübt

Mit Terror und Psychodruck gehen die Behörden in Kuba nach wie vor gegen unliebsame Journalisten vor. So wurde der unabhängige Journalist und Direktor des Informationszentrums Corriente Martiana, Roberto de Jesús Guerra Pérez, wieder einmal verhaftet. Er hatte in der amerikanischen Interessenvertretung in Havanna an einer spanischen Web-Tagung im Rahmen des Projekts „Erwachsene und Bibliotheken“, zu der er von der US-Universität Arlington eingeladen worden war, teilgenommen. Verhaftet wurden zunächst auch seine Mutter Consuelo Pérez García, sein Bruder Arian Gierra, dessen Frau sowie fünf Mitglieder der Corriente Martiana, einschließlich zweier Jugendlicher unter 16 Jahren. Als Begründung wurde der Besitz von zwei Radiogeräten und „subversiver“ Literatur angegeben.

Besonders tragische Folgen hat das Vorgehen der Behörden gegen Isamris Salomón Carcaces, die im sechsten Monat schwangere Ehefrau von Guerra Pérez. Sie war von Beamten der Staatssicherheitsabteilung (DSE) und der Nationalen Revolutionären Polizei verhaftet worden, als sie die Büros der US-Interessenvertretung in Havanna verließ. Sie hatte an einer Journalistenschulung der Internationalen Universität von Florida teilgenommen, da sie plante, eine Agentur für unabhängige Journalistinnen zu gründen. Die Polizisten verhörten und bedrohten sie: Ihr Kind werde vielleicht gar nicht geboren und wenn, dann nur mit Komplikationen (siehe Tagespost vom 6. November). Aufgrund des psychischen Drucks erlitt sie nun gesundheitliche Komplikationen, die zum Verlust des ungeborenen Kindes führten. Kurze Zeit später wurde ein Brandanschlag auf das Haus der Familie Guerra Pérez verübt.

Aus Anlass des 60. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wies die unabhängige kubanische Journalistin Miriam Leiva darauf hin, dass sich die Situation nicht verbessert hat – trotz der im vergangenen Jahr unterzeichneten Menschenrechtsverträge und zahlreicher Treffen des kubanischen Regimes mit westlichen Regierungsvertretern. Menschenrechtsverletzungen seien nach wie vor Teil des kubanischen Alltags, berichtete Leiva der in Frankfurt am Main ansässigen Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Derzeit befinden sich knapp 300 Kubaner aus politischen Gründen in Haft. Dazu gehört die Gruppe der 75 im März 2003 verhafteten Dissidenten mit Strafen von bis zu 28 Jahren Haft. Infolge der Folter und Misshandlungen, fehlender medizinischer Versorgung und Mangelernährung ist der Gesundheitszustand der meisten akut gefährdet.

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