Würzburg

Birgit Kelle: „Die CDU nagt gerade sehr am Emanzipationstuch“

Die Publizistin Birgit Kelle schreibt in der Tagespost über den Weltfrauentag und andere lustige Begleiterscheinungen der Emanzipation.
Die Publizistin Birgit Kelle
Foto: Pukall Fotografie Studios | Ker | Die bekannte Publizistin Birgit Kelle findet in der „Tagespost“ pointierte Worte zum Weltfrauentag am Sonntag.

Am Sonntag ist Weltfrauentag. Die bekannte Publizistin Birgit Kelle findet in der Ausgabe der „Tagespost“ vom 5. März schon jetzt pointierte Worte: „Der Ruf nach mehr Weiblichkeit ist der Trend weltweit. Keine Filmpreisverleihung kommt heute ohne die akribisch analysierte Anzahl der zu wenig besetzen Frauen in den Filmen aus. Schweden hat bereits eine selbsternannte ,feministische Regierung' mit gleich viel Ministern und Ministerinnen. Dass die Damen beim Staatsbesuch im Iran dennoch brav und ungefragt ein keusches Kopftüchlein trugen, um die Herren Mullahs nicht gar zu sehr aufzuregen, scheint für die Schweden kein Widerspruch.“

Empörungssau durchs Twitter-Dorf gejagt

Und in Deutschland? Auch die CDU, so Birgit Kelle, nage „gerade sehr am Emanzipationstuch“. Denn: „Zwischenzeitlich standen mit Laschet, Spahn, Merz und Röttgen vier Herren aus Nordrhein-Westfalen bereit, um nächster Parteivorsitzender und/oder Kanzler der Partei zu werden, ohne eine einzige Frau im Rennen. Medial ist die erste Empörungssau deswegen bereits durchs Twitter-Dorf gejagt worden, auch wenn zumindest Ministerin Julia Klöckner zurecht darauf verwies, dass es ja jeder Frau freistünde, ihre weiblichen Ambitionen in den Ring zu werfen. Die Frauen der CDU liegen ja nicht geknebelt und gefesselt im Parteikeller.“ Dann kam die Wende. „Röttgen versprach sofort brav in die Presse, dass er auf jeden Fall eine Frau als Nummer zwei einsetzen würde. Damit ist auch gleich geklärt, dass diese Frau niemals aufgrund von Kompetenz, sondern nur aufgrund von Geschlecht auf dem Stuhl säße. Doch auch Merz ließ sich zur Vorschau hinreißen, dass er eine Frau als Generalsekretärin vorschlagen würde. Der Doppelpack Laschet-Spahn kann zwar keine Weiblichkeit vorweisen, aber zumindest sexuelle Vielfalt, das ist doch auch was!“

Letztes Abendmahl - gänzlich frei von Jesus

Schließlich wirft Birgit Kelle einen Blick auf die Kirche, an welcher der ursprünglich kommunistisch inspirierte Weltfrauentag ebenso nicht vorbeigeht. Was macht ihn so wichtig? „Wann sonst sollten wir im politischen Jahresverlauf all die wichtigen weiblichen Themen unterbringen, von deren Existenz wir sonst nie erfahren würden? Wie zum Beispiel von der Bamberger Neuinszenierung des letzten Abendmahls als lebendes Schaubild vor dem Bamberger Dom! Durchgeführt wurde die feministische Aktion durch das ,Freie Kunigunden Kommando', kurz FKK, was Gott sei Dank und nicht nur wegen der Temperaturen draußen nichts mit Freier Körper Kultur zu tun hatte, dafür aber gänzlich frei von Jesus war. Wenn die Frau schon gezwungen wird, am Herd zu stehen, dann hat der Herr am Abendmahl eben auch nichts zu suchen. Ich denke, das sollte die subtile Botschaft sein. Schließlich ging es um Gleichberechtigung und Teilhabe von Frauen. Ein Dauerbrennerthema auch in der Kirche, weswegen uns am Weltfrauentag in Berlin ein ökumenisch-emanzipierter Frauengottesdienst der Initiative ,Eva 2.0 Mitschöpfer*Innen heute' erwartet. Es ist sicher nicht verkehrt, einen regenbogenfarbenen Schal mitzubringen.“

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