Ausstellung zum Nazarener Schraudolph in Speyer

Eine Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz und eine wissenschaftliche Tagung der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer rücken das Werk des Münchener Historienmalers Johann Baptist Schraudolph (1808–1879) in den Mittelpunkt. Die Schau „Johann Baptist Schraudolph: Die Ausmalung des Speyerer Doms – von der Skizze zum Fresko“ beginnt am Sonntag und endet am 9. Februar. Gezeigt werden rund 70 Werke. Sie sollen einen Einblick in die Arbeitsweise des Freskenmalers geben. Schraudolph gehört zu den wichtigsten Vertretern der Nazarener. Damit wird eine romantisch-religiöse Kunstrichtung bezeichnet, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts von deutschen Künstlern in Wien und Rom begründet wurde. Zu den bedeutendsten Zeugnissen dieser Kunst zählen die Fresken im Speyerer Dom, Arbeiten im Mainzer Dom und in der Remagener Apollinariskirche. Die Tagung eine Woche später, am 26. und 27. September, strebt eine Neubewertung der Dom-Freskierung an: Behandelt werden bei dem Symposium zum Beispiel die Frage nach der Kunst im Dienste des Religiösen und der Umgang mit der Malerei des 19. Jahrhunderts. Zudem geht es um die Geistes- und Kulturgeschichte dieser Zeit sowie um die Kulturpolitik von Bayerns König Ludwig I. Für die Kaiserdom-Stiftung ist die Nazarener-Kunst wissenschaftlich nicht erforscht; eine kunsthistorische Wertung und Einordnung fehle. So müsse etwa geklärt werden, was Malerei zu einem Nazarener-Bild mache. Ludwig I. hatte Schraudolph 1843 beauftragt, den salischen Kaiserdom auszumalen – ein enormer Eingriff in das romanische Gotteshaus. Kritiker bemängeln, die Nazarener-Kunst sei religiös übersteigert, ideologiebefrachtet und rückwärtsgewandt. Nach Jahrzehnten der Abwertung entsteht derzeit aber offenbar ein neues Interesse an dieser Kunstrichtung. Seit dem Frühjahr werden im Kaisersaal oberhalb der Vorhalle des Doms in einer Dauerausstellung neun Schraudolph-Fresken gezeigt. DT/KNA

Themen & Autoren

Kirche

Synode
Synode
Synodalität als Stärkung der Kirche Premium Inhalt
Synodale Prozesse wecken derzeit sowohl Hoffnung als auch Sorgen. Doch was zeichnet den „gemeinsamen Weg“ aus? Zehn biblische Anregungen für synodale Gespräche.
20.09.2021, 19 Uhr
Martin Baranowski
Schwules Paar
Rezension
Eine Wegweisung im LGBTIQ - Dschungel Premium Inhalt
Daniel Mattson legt in seinem autobiografischen Buch "Warum ich mich nicht als schwul bezeichne" tiefe Gedanken über Sexualität, persönliche Freiheit und die Lehre der Kirche vor.
19.09.2021, 17 Uhr
Barbara Stühlmeyer