Würzburg

Aus den Zeitschriften am 6. Dezember 2018

Keine Homo-"Ehe" in Taiwan
Aus den Zeitschriften

Keine Homo-„Ehe“ in Taiwan

Einer Meldung von The Tablet zufolge stimmte Taiwan in einem Volksentscheid dafür, dass eine Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann. Damit wird das im Mai 2017 gefällte Urteil des Verfassungsgerichts über gleichgeschlechtliche Verbindungen angefochten. Dieses forderte die Legalisierung der Homo-„Ehe“ innerhalb von zwei Jahren. Die Regierung hatte das Referendum nach Protesten von Katholiken angekündigt. Auch wenn die Abstimmung nur einen beratenden Charakter habe, so „frustrierte sie doch Gesetzgeber und LGBT-Aktivisten, die hofften, dass ihre Insel der erste Ort in Asien sein würde, an dem gleichgeschlechtliche Paare sich das Sorgerecht für ein Kind teilen könnten und Versicherungsleistungen bekämen“. Vor der Volksabstimmung sagte der Erzbischof von Taipeh, John Hung Shan-Chuan: „Wir diskriminieren keine Homosexuellen und sind bereit, ihre Rechte zu schützen, doch eine gleichgeschlechtliche Ehe und eine gleichgeschlechtliche Verbindung können wir nicht unterstützen.“ Er bat die Gläubigen, „sich frei nach ihrem Glauben und ihrem Gewissen zu entscheiden“. Eine weitere Nachricht befasst sich mit den Knochenfunden auf dem Gelände der Vatikan-Botschaft in Rom. Dabei soll es sich um die Überreste eines Mannes und nicht um die von Emanuela Orlandi handeln – Tochter eines Vatikan-Mitarbeiters, die 1983 verschwand. Die italienische Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Überprüfung der Knochen ergab, dass sie von einem männlichen Skelett stammten. Anderen Quellen zufolge sollen sie zudem mindestens 100 Jahre alt sein.

Schweigespirale bei „Transgender“

Toby Young widmet sich im Spectator dem Phänomen der „Schweigespirale“. Anlass ist die im Unterhaus stattgefundene Debatte über Vorschläge, den „Gender Recognition Act“ zu ändern. Durch eine Änderung soll es Transpersonen erleichtert werden, auch ohne ein medizinisches Attest „sich selbst als Mann oder Frau zu identifizieren“. In der Öffentlichkeit ist dies ein stark diskutiertes Thema, bei dem der meiste Widerstand von Feministinnen kommt, die die Risiken fürchten, wenn Personen, die „von Natur aus Männer sind, das Betreten von Frauenumkleiden gestattet wird“. Young erörtert die überraschenden Erkenntnisse des Journalisten James Kirkup. Kirkup, der zu einem „must-read“-Kommentator dieser Frage geworden sei, enthüllte kürzlich, dass er eine „private Liste“ über Leute führe, „die ihm erzählt haben, sie seien tief besorgt über die Gender-Selbstidentifizierung, aber nichts dazu sagten: ,Zu dieser Liste zählen: mehr als ein Dutzend Regierungsminister (einschließlich Angehörige des Kabinetts), mehrere einflussreiche Abgeordnete der Labour-Partei, zahlreiche Hinterbänkler des Unterhauses (mehrheitlich Frauen), sehr viele Journalisten der BBC (einige davon sehr bekannt), Führungskräfte von Wohltätigkeitsorganisationen, leitende Angestellte von Firmen, Lehrer, Anwälte, Ärzte und weitere Berufsgruppen, und sehr viele ,normale‘ Frauen, die nicht verstehen können, warum die potenziellen Auswirkungen einer Gesetzesänderung nicht angesprochen werden.‘“ Deren Weigerung, öffentlich darüber zu sprechen, bezeichnet Kirkup als „politisches Versagen“, als das schlimmste Versagen, das er erlebt hat, seit er 1994 mit der Berichterstattung über die britische Politik begann. Er schreibe dies den „aggressiven Taktiken der Translobby“ zu. Viele Feministinnen seien wegen ihrer Hinterfragung der Aktivisten angegriffen worden – zuletzt Jenni Murray, Moderatorin der BBC-Radiosendung Woman's Hour, die einen Vortrag, den sie an der Oxford University halten sollte, absagen musste, nachdem sie von „LGBTQ+-Studenten der ,Transphobie‘ beschuldigt wurde. Ihre Sünde bestand darin, einen Artikel mit dem Titel ,Sei trans, sei stolz – aber bezeichne dich nicht als echte Frau‘ geschrieben zu haben“. Den Verfasser des Spectator-Artikels, Toby Young, erinnere dies an ein Konzept, das der Sozialwissenschaftler Timur Kuran in seinem 1995 erschienenen Buch „Private Truth, Public Lies“ vorstellte: Die Menschen sagen oftmals nicht das, was sie tatsächlich denken, entweder um sich bei einer mächtigen Gruppe anzubiedern, oder um negative Konsequenzen zu vermeiden, wenn sie anderer Meinung sind. Erstaunlich sei dies nicht, ja, es ist sogar vernünftig, wenn es sich dabei um extrem unpopuläre Meinungen handle. Interessant ist jedoch, dass Kuran beobachtete, „dass sie auch das verschweigen, was sie denken, wenn die große Mehrheit ihre Ansichten teilt. Warum? Weil uns nicht bewusst ist, dass viele andere genauso denken wie wir.“ In Bezug auf die Gender-Selbstidentifizierung bedeutet das: „Die meisten Politiker, Ärzte und BBC-Journalisten, die Angst haben, ihre Bedenken zu äußern, wissen sehr wohl, dass die Mehrheit der Meinung ist, dass das Geschlecht eines Menschen durch sein biologisches Geschlecht bestimmt ist, und dass Transfrauen keinen Zutritt in – Frauen vorbehaltenen – Räumen gewährt werden sollte.“ Dass die meisten Intellektuellen ihre Skepsis teilen, ist indes nicht allgemein bekannt. Das sei es jedoch, was die Strategien der LGBT-Aktivisten so erfolgreich mache: „Widerspruch wird abgewürgt, nicht nur, weil jeder, der diesen äußert, bestraft wird, sondern auch deswegen, weil – angesichts so weniger Leute, die bereit sind, diesen Beschimpfungen zu trotzen – der Eindruck entsteht, dass die Mehrheit des Bildungsbürgertums meint, das Gesetz (Gender Recognition Act) sollte reformiert werden.“

„Missbrauch der Sprache“ bei Twitter

Bei der Diskussion um „Transgender“ hat die Online-Plattform Twitter neue Begriffe eingeführt, die das „deadnaming“ und das „misgendering“ von „Transgender-Personen“ verbieten. Dies berichtet die National Review. Für diejenigen, denen diese Begriffe nicht geläufig sind: Deadnaming bedeutet, eine Transgender-Person mit deren Geburtsnamen anzusprechen, wohingegen beim Misgendering ein Personalpronomen verwendet wird, das der von einer Person angenommenen Gender-Identität widerspricht. Seit Oktober habe die Twitter-Politik große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als Meghan Murphy, einer feministischen Schriftstellerin, die auf der Plattform die „Transgender-Orthodoxie“ kritisierte, der Account gelöscht wurde. Um wieder Zugriff zu bekommen, entsprach sie den Forderungen, bestimmte Tweets zu löschen. Dann twitterte sie: „Dass ein milliardenschweres Unternehmen grundlegende Fakten zensiert und Menschen zum Schweigen bringt, die über dieses Dogma Fragen stellen, ist verrückt.“ Aufgrund dieses Tweets, der von mehr als 20 000 Personen „gelikt“ wurde, löschte Twitter erneut ihren Account. Das Magazin kommentiert: „Indem Transgender-Aktivisten ihre Agenda vorantreiben, üben sie Zensur aus und missbrauchen die Sprache durch ideologischen Jargon. Das ist vielleicht nicht gerade Kennzeichen einer Bewegung, die überzeugt davon ist, dass sie die Realität auf ihrer Seite hat.“

DT/KS

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