Apostolat im Internet

Trotz schwieriger Bedingungen – Christen sollten das Facebook zum Faithbook machen. Von Felix Rapa
Faithbook
Foto: IN | Aus Facebook wird Faithbook?
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Osterzeit – Zeit für die Ausbreitung des Glaubens. Wir haben die Botschaft gehört, nun will sie zu den Menschen gebracht und bezeugt werden. Zeugnis geben – das kann man auch im Internet. Man kann das Facebook zum „Faithbook“ machen, zum Buch des Glaubens. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten. Zunächst und vor allem: Kirche im Internet bedeutet nicht „Internet-Kirche“. Die Kirche, die sich im Netz dem „User“ vorstellt, darf keine andere Botschaft haben als die Kirche, die seit zwei Jahrtausenden das Vermächtnis Jesu Christi verwaltet. Sie muss die Botschaft anders vermitteln, darf aber in der Sache nicht aufweichen. Diese Gefahr besteht in einem Umfeld, dass nicht unbedingt leicht zugänglich ist für Themen um Religion, Glauben und Kirche. Denn so günstig die konstitutiven Meta-Bedingungen des Internet mit seiner Nähe zu theologischen Konzeptionen und so groß die spirituellen Sehnsüchte der suchenden „User“ auch sein mögen, so sehr ist die Meinungsführerschaft in den Großprojekten des World Wide Web geprägt von einer religionskritischen Grundeinstellung, getragen von weltanschaulich kirchenfernen Prädispositionen und durchsetzt von der Dominanz technisch-wissenschaftlicher Interpretationsmuster. Insbesondere bestehen für die virtuelle kirchliche Verkündigungsarbeit jene Schwierigkeiten, die mit den drei Grundbedingungen des Internet korrespondieren: 1. Scheinklarheit (bestärkt durch Scheinoffenheit und Scheinneutralität), 2. Scheindemokratisierung (bestärkt durch Scheinfreiheit), 3. Scheinempathie (bestärkt durch Scheinnähe). Doch wir können unsere Sendung auch in diesem schwierigen Umfeld des Internetdiskurses auf Sendung bringen, wenn wir dabei nie vergessen, dass uns das Wichtigste von Gott selbst mit auf den Weg gegeben ist: der Heilige Geist. Nach dem Missionsauftrag, den Jesus den Jüngern übermittelt, „hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist“ (Johannes 20, 22). Und der weht bekanntlich, wo er will. Auch im Internet.

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