Feuilleton

Das erste Samurai Museum Europas in Berlin neueröffnet

Für Liebhaber der Samurai Kunst gibt es in Deutschland, genau genommen in Berlin, viel zu feiern. Am 8. Mai dieses Jahres (2022) hat das erste Samurai Museum Berlin in der Auguststraße seine Pforten geöffnet.
Reiterstatue mit Samurai-Rüstung
Foto: pixabay

Für Liebhaber der Samurai-Kunst gibt es in Deutschland, genau genommen in Berlin, viel zu feiern. Am 8. Mai dieses Jahres (2022) hat das erste Samurai Museum Berlin in der Auguststraße seine Pforten geöffnet und damit ein Stück Geschichte Japans nach Berlin gebracht. 
Mehr als 1.000 Exponate können in diesem einzigartigen Museum betrachtet werden. Beginnend von beeindruckenden Rüstungen über akribisch angefertigte Schwertschmuckstücke sind darunter auch Keramiken und Malereien zu bestaunen. Selbstverständlich hat der werte Liebhaber der Samurai-Kunst auch die Möglichkeit, ein Nö-Theater und ein traditionelles Teehaus zu besichtigen.

Die Geschichte des Samurai Museums und seine Ursprünge

Der Gründungsvater des Samurai Museums, Peter Janssen hat vor über 30 Jahren auf einem Berliner Flohmarkt damit begonnen, Artefakte und Reliquien aus der Welt der Samurai zu sammeln. 

Er gilt als einer der bedeutendsten Sammler in der Szene und so ist es nicht verwunderlich, dass in seinem Museum antike Zeiten auf hochmoderne Technologien stoßen. Die beeindruckenden Sammlerstücke präsentiert Janssen sowohl multimedial als auch interaktiv. Dank einer Kooperation mit Ars Electronica Solutions aus Linz, Österreich konnte dieses outstanding Projekt umgesetzt werden. 

Auf den Spuren der Ninja-Krieger

Der werte und interessierte Besucher des Samurai Museums Berlin erfährt im Zuge einer Führung, dass es sogar weibliche Samurai gab. Ferner erfährt man viel Wissenswertes über die sagenumwitterten Ninja. 

Wer hätte gedacht, dass die Dynastie der Samurai bis heute das Land der aufgehenden Sonne, also Japan, in gewisser Hinsicht prägt. Auch außerhalb Japans findet der Kult der Samurai vor allem in der Popkultur viel Resonanz. Dabei denke man an das klassische „Lego“ über verschiedene Coachings und Heilmethoden oder auch an die „Manga-Zeichnungen und Manga-Serien“ bis hin zu Cosplay. 

Die Rüstungen aus der Samurai-Dynastie

Die Rüstungen der Samurai-Krieger bestehen aus reiner, filigraner Handwerkskund. Jedoch stellt sich jetzt die berechtigte Frage, wofür die Rüstungen standen und immer noch stehen?

• Ausdruck von gesellschaftlichem und sozialem Status
• Ausdruck religiöser Hochachtung
• Rang
• Selbstverständnis.

Eine Samurai-Rüstung besteht im Grunde genommen aus:

• Helm
• Maske
• Brustpanzer
• Schurzgliedern
• Armschienen
• Beinschienen
• Handschutz
• Schwert

All diese Elemente dienten dazu, den Körper der Samurai zu schützen und den Feind einzuschüchtern und in die Flucht zu schlagen. Zentrales Element der Helme waren Tierfiguren, wobei der Drache als Sinnbild für Stärke und Weisheit gilt. Gut zu wissen: Eine Samurai-Rüstung kann bis zu 1.000 einzelne Bestandteile aus Leder, Seidenschnüren und Metall aufweisen. 

Im Museum der Samurai erfährt der Besucher ebenfalls, dass in der Friedensperiode der Edo-Zeit zwischen1615 und 1868 die Rüstungen ihres Kampfzwecks enthoben wurden. In dieser Zeit legte man vor allem Augenmerk darauf, dass die Rüstungen vermehrt kunstvoll und detailverliebter angefertigt wurden. Beispielsweise wurden die Rüstungen des Katö-Clans im 18 und 19. Jahrhundert aus Eisen, Glas, Gold, Kupferlegierungen, Seide, Lack und Leder – aber auch Holz – angefertigt. 

Das Samurai-Schwert

Der kostbarste Besitz eines jeden Samurai-Kämpfers war beispiellos das Schwert. Es ist durchaus üblich gewesen, ein Samurai-Schwert über Generationen hin zu vererben. Die Klingen der Katana Samurai-Schwerter und anderer Schwerter aus den verschiedenen Samurai-Clans wurden damals wie heute aus gefaltetem Stahl geschmiedet, mit Respekt, Ehre, Ehrfurcht und viel Handwerkskunst auf sorgfältige Manier geschliffen und auf Hochglanz poliert, um ihre Biegsamkeit, ihre edle Formvollendung und ihren Härtegrad zu erreichen. 

Im Samurai Museum Berlin kann man beispielsweise in einer multimedialen Installation sehen, wie Samurai-Schwerter in einem speziellen Herstellungsverfahren der hochpräzisierten Schwertproduktion Japans hergestellt werden. Dabei wird vor allem viel Augenmerk auf die Klingen, sowie auf den Schwertschmuck gelegt. 

Das Nö-Theater

Im Nö-Theater werden die traditionelle Kunst, bestehend aus Sprechgesang, ritualisierten Tänzen und Musik miteinander vereint. Eigens für das Samurai Museum Berlin wurde hierfür in Japan das Theater angefertigt, welches eine quadratisch angelegte Holzbühne umfasst, die das Dach auf Säulen tragen. 

Die Rückwand ziert eine handgemalte Kiefer. Der interessierte Besucher kann auf Gaze projizierte Fragmente von fünf Nö-Stücken, sowie einer Taiko-Aufführung in Berlin bestaunen. 

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