Aus den Zeitschriften

Französische Bischöfe unterstützen Marsch für das Leben.
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Das Internet vergisst nicht

Die verheerenden Auswirkungen der Präsenz in sozialen Netzwerken auf berufliche Karrieren erörtert Lara Prendergast in einem Beitrag für das britische Magazin The Spectator: „Willkommen im Zeitalter der digitalen Inquisition“. Darin berichtet sie, wie ihr Kollege Toby Young auf eine Stelle im Gremium einer für 2018 neu geschaffenen Regierungsbehörde für Studenten verzichtete, nachdem sich eine regelrechte Hexenjagd gegen ihn erhoben hatte. Anlass dafür waren jahrealte Tweets und Artikel von Young, die nun im Parlament diskutiert wurden. Nach acht Tagen öffentlicher Empörung gab Young auf. Damit wurde er „zum jüngsten – und vielleicht berühmtesten – Ziel eines neuen Phänomens: der digitalen Inquisition“. Darauf könne und sollte sich jeder, der sich in das öffentliche Leben begeben will, gefasst machen: „Wenn man im Internetzeitalter ambitioniert ist, muss man bei allem, was man online sagt oder tut, sehr vorsichtig sein.“ Denn Seiten wie Facebook und Twitter verfügten über enorme Informationsvorräte, die wir ihnen bereitwillig übergeben haben. Dadurch seien „auf Twitter ebenso Karrieren gemacht worden wie auch zerbrochen“. In Tobys Fall, schreibt Prendergast weiter, seien Tweets und Artikel, von denen manche mehr als zehn Jahre zurücklagen, „zusammengeschustert worden, um ihn als einen bigotten Sexisten darzustellen“. Er habe online genug explosives Material hinterlassen, um seine politischen Ambitionen platzen zu lassen. Als er seine Tweets löschen wollte, waren diese von seinen Kritikern bereits gespeichert. Denn, „Tweets altern oder sterben nie: publizierte Worte können Jahre später erneut gepostet werden, sie sind dann so frisch wie am Tag, als sie getippt wurden.“

Die Familien wollten kein Marihuana

Die Legalisierung von Marihuana in Kalifornien gab der ältesten katholischen Zeitung der USA, dem National Catholic Register, Gelegenheit, „Die Kehrseite des legalisierten Marihuana“ zu betrachten. Referenzobjekt ist der Bundesstaat Colorado, in dem die Droge seit 2014 legal ist. Seitdem habe sich „die Gesellschaft entsetzlich verändert, und nicht zum Guten hin“, wird ein Polizist zitiert. Es gab eine Zunahme der Verkehrsunfälle, der Raubüberfälle, der Unfälle am Arbeitsplatz, die im Zusammenhang mit der Droge stehen, sowie eine Senkung der Produktivität. Viele Leute sind nach Colorado umgezogen, um von der Legalisierung zu profitieren – daher zogen auch die Immobilienpreise an. Überall gibt es Abgabestationen für Marihuana, vor allem in ärmeren Stadtvierteln. Überall riecht es nach Marihuana. Der Anstoß zur Legalisierung begann unter anderen mit George Soros und mit Sean Parker, dem erstem Präsidenten von Facebook. Sie alle haben die Kampagnen finanziell massiv unterstützt. „Die Leute, die in Colorado dafür kämpften, waren Singles, keine Familien“, sagte ein fünffacher Vater der Zeitung. Man argumentierte immer damit, dass es mehr Steuern für die Bildung gäbe. Doch nun scheinen nur diejenigen daraus Gewinn zu ziehen, „die daran Geld verdienen und jene, die es rauchen“.

Gehirnforschung für Lehrer

Gegen seine Kritiker verteidigte in einem Interview mit der französischen Tageszeitung Le Figaro der französische Bildungsminister Jean-Michel Blanquer die Schaffung eines wissenschaftlichen Beirats des Bildungsministeriums, dem unter anderem Soziologen, Philosophen, Ökonomen und Mathematiker angehören und der von Stanislas Dehaene, Professor für Neurowissenschaften, geleitet wird. Ein Drittel der Mitglieder sind Neurowissenschaftler. Ihre Fachdisziplin untersucht den Aufbau und die Funktionsweise des Gehirns. Zahlreiche Wissenschaftler teilen die Vorstellung, wie die französische Tageszeitung La Croix mitteilt, dass der Lehrer sich mit den Erkenntnissen in Bezug auf das Gehirn befassen sollte, „um seine Lehrmethoden den kognitiven Leistungen des Schülers anzupassen“.

Französische Bischöfe unterstützen Marsch für das Leben

Am 21. Januar findet in diesem Jahr in Paris der französische „Marsch für das Leben“ statt, um für die Ehrfurcht vor dem Leben und gegen Abtreibung zu demonstrieren. Die katholische französische Zeitschrift Famille Chrétienne veröffentlichte die Unterstützungsbotschaften einiger Bischöfe Frankreichs, so des Erzbischofs von Lyon, Philippe Barbarin, des Bischofs von Vannes, Raymond Centene und des Bischof von Fréjus-Toulon, Dominique Rey. Katrin Krips-Schmidt

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