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Auftrittsverbot aufgrund von "Entfremdung" von der Kulturszene

Der Schriftsteller Guiseppe Gracia spricht im "Tagesposting" von seinem Leben als Persona non grata.
Engstirnigkeit und strikte Denkverbote beherrschen die Kulturszene.
Foto: Robert Kneschke (48141500) | Und raus bist Du! Strikte Denkverbote beherrschen die Kulturszene.

Seit 30 Jahren publiziere ich als Schriftsteller und bin Kolumnist für verschiedene Medien. Während der Zeit meiner Romane „Riss“, „Kippzustand“ und „Santinis Frau“ (1992 bis 2008) wurde ich regelmäßig zu literarischen Anlässen eingeladen, mit Förder- und Anerkennungspreisen ausgezeichnet und in den Feuilletons besprochen. Im Jahr 2011 trat ich meine Stelle als Mediensprecher des Bischofs von Chur an.

Von Veranstaltern, Kritikern und Verlagen gemieden

Seither werde ich vom Literaturbetrieb gemieden, sei es von Veranstaltern, Kritikern oder Literaturverlagen. Wer für den Bischof von Chur arbeitet, muss mit der Exkommunikation aus dem Kreis genehmer Schriftstellerinnen und Schriftsteller rechnen. Dementsprechend wurde kürzlich von der Präsidentin eines Kulturvereins, die auch im nationalen Parlament für die Sozialdemokraten politisiert, entschieden, dass ich nicht an einem Adventsanlass in meiner Heimatstadt St. Gallen auftreten darf.

Im Reich des Bösen?

Der Wirt, der für diesen Anlass sein Lokal zur Verfügung stellt, hatte mich für eine Lesung gebucht (Weihnachtsgeschichten). Das Auftrittsverbot wurde in einigen Medien dahingehend kommentiert, ich sei aufgrund meiner „Entfremdung“ von der Kulturszene inzwischen eine Persona non grata, ja ein „unbeliebter Autor“. Und natürlich ist es so, dass ich wohl für viele ehemalige Kultur-Kollegen mit meiner Arbeit fürs Bistum Chur das katholische Reich des Bösen vertrete. Ganz so, als wäre ich der Kommunikationschef von Kim Jong-un.

DT

Was Giuseppe Gracia über seine Entfremdung von und über die massiven Denkverbote in der Kulturszene schreibt, lesen Sie in der „Tagesposting“-Kolumne der aktuellen „Tagespost“ vom 6. Dezember 2018.

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