Bischof Bode für Segnung homosexueller Lebenspartnerschaften

Franz Josef Bode, Bischof von Osnabrück, hat den Umbau der Kirche auf der Agenda. Von Peter Winnemöller

Franz Josef Bode, Bischof von Osnabrück
Franz Josef Bode, Bischof von Osnabrück, nimmt im Interview Stellung. Foto: Friso Gentsch (dpa)

Der Bischof von Osnabrück ist genesen. Für das Bistum ist das gut, den Bischof endlich zurück im Amt zu wissen. Eine Krankenphase so lange wie manch eine Vakanz tut keinem Bistum gut. Insoweit dieser Umstand wirklich gut ist, so ärgerlich ist die offensichtliche Agenda des Bischofs. Im Interview spricht er erneut von einem Dialog zwischen der Lebenswirklichkeit der Menschen und der Lehre, damit letztere sich weiterentwickle.

Bischof Bode fordert eine Form der Segnung homosexueller Lebenspartnerschaften

Schon einmal machte Bischof Bode im Zusammenhang mit zivil wiederverheiratet- geschiedenen Katholiken mit solch einem Konstrukt von sich reden. Auch wenn es faktisch nicht möglich ist, als verheirateter in einer zivilen Zweitehe lebend legal zur Kommunion zu gehen, haben einige Bischöfe, darunter Bischof Bode, dies ermöglicht. Das soll Modellcharakter haben.

Nur wenige Tage nach seinem Dienstantritt hat Bischof Franz Josef Bode seine alten Forderungen wieder aufwärmt: Eine Form der Segnung homosexueller Lebenspartnerschaften. Diese begründet er mit der sogenannten staatlichen Ehe für alle. Es ist hochgradig erstaunlich, wie es einem Bischof gelingen kann, die Lehre der Kirche auf solche Weise zu ändern. Was gestern noch die Wahrheit war, soll morgen nicht mehr stimmen.

Beschluss zur Weihe verheirateter Männer auf Amazonanssynode?

Die stete Forderung nach Viri probati gehört auch zur Agenda. Liest man einschägige Äußerungen, dann scheint schon beschlossene Sache, dass die Amazonanssynode Ende des Jahres die Weihe verheirateter Männer beschließt. Als sicher gilt zumindest de fama, dass der Papst zustimmen werde. Bischof Bode ist sich sicher, dass sie auch dürfen, was lateinamerikanische Bischöfe dürfen.

Die Begründung den Zölibat zu unterhöhlen und am Ende wohl abzuschaffen, ist dreist. Der sexuelle Missbrauch muss dazu herhalten. Als könne man solche kriminellen Verhaltensweisen dadurch eindämmen, dass man vermehrt verheiratete Priester hat. Man sieht, wie leicht ein solcher Dialog zwischen Lehre und Lebenswirklichkeit ins Absurde abgleitet.

Erschreckende Umbauagenda

Unterm Strich bleibt es erschreckend, wie sich die Umbauagenda einzelner Bischöfe, in Richtung eines offenen Schisma entwickelt. Zwar soll diese Absicht nicht unterstellt werden, doch eine Adaption der Lehre der Kirche an die Lehren der Welt, birgt diese Gefahr unzweifelhaft in sich.

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DT (jobo)

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