Geseke

Endlich frei!

Freude über die Rettung Asia Bibi. Sorge angesichts der weltweiten Christenverfolgung. Von Peter Winnemöller

Christenverfolgung wird zu wenig öffentlich gemacht
Christenverfolgung wird zu wenig öffentlich gemacht. Das muss sich ändern. Foto: KiN

Heute Morgen kam die Bestätigung, dass Asia Bibi in Kanada gelandet und damit hoffentlich in Sicherheit ist. Aufatmen und Freude über die Rettung dieser tapferen Frau sind angebracht. Es Osterzeit also: Halleluja!

Haben sie Jesus verfolgt, werden sie auch uns verfolgen

Asia Bibi steht für viele Männer und Frauen, die verfolgt, bedrängt, eingesperrt, gefoltert oder gar getötet werden, weil sie Christen sind. Das Christentum ist weltweit die meistverfolgte Religion. Zwar ist uns das in der Bibel angekündigt, haben sie Jesus verfolgt, werden sie auch uns verfolgen (vgl. Joh 15,20). Nirgendwo steht allerdings, dass wir die Verfolgung willig akzeptieren sollen. Wer in der Verfolgung ist, trage sein Kreuz mit Jesus. Beten für die Verfolgten, dass sie in ihrer Kraft nicht nachlassen ist unbedingt erforderlich.

Christenverfolgung offen ansprechen

Erforderlich ist aber auch das Zeugnis. Zum Zeugnis gehört der politische Einsatz für die verfolgten Brüder und Schwestern. In unserer satten westlichen Kirche und ihrer nur allzu lähmenden Einbindung in weltliches Geschehen, vergessen wir nur zu oft, unter welchen Bedingungen Christen in anderen Ländern leben müssen. Gerne werden alle Arten von Menschenrechtsverletzungen angeprangert. In den meisten Fällen geschieht das zu Recht. Doch wann bitte wird zum Beispiel vor einem Staatsbesuch ein Minister von der Deutschen Bischofskonferenz ganz offen aufgefordert, Verfolgung oder Bedrängnis von Christen anzusprechen.

Christenverfolgung wird zu wenig öffentlich gemacht

Nichts scheuen die Staaten dieser Welt mehr als eine schlechte Presse. Wirtschaftliche Entwicklung und schlechtes Image vertragen sich nicht. Das ist das Einfallstor, um verfolgten Brüdern und Schwestern zu helfen. Es wird zu wenig offen darüber gesprochen. Es wird zu wenig öffentlich gemacht, wo es Verfolgung gibt und welche Ausmaße sie annimmt.

Die Freilassung von Asia Bibi ist eine Freude. Diese Freude kann ein guter Anlass sein, an die zu denken, die noch in Gefängnissen sitzen oder von Haft und Folter um Christi Willen bedroht sind. Es kann zudem ein Anlass sein, sich ganz ernsthaft zu fragen, wie offen wir hier in unserer Heimat zu unserem Glauben stehen. Uns kostet es nicht Kopf und Kragen, wenn wir frei bekennen.

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DT (jobo)

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