Medien

Die Kirche soll sich zu sozialen Fragen äußern

Der MDG-Trendmonitor Religiöse Kommunikation erscheint zum vierten Mal. Die Studie erhebt aktuelle Daten zur Mediennutzung und soll damit die kirchliche Medienarbeit erleichtern.
Gebhard Fürst stellte fest, dass kirchliche Nachrichten in säkularen Medien die größte Reichweite haben.
Foto: Marijan Murat (dpa) | Gebhard Fürst stellte bei Vorstellung der MDG Trendmonitors Religiöse Kommunikation fest, dass kirchliche Nachrichten in säkularen Medien die größte Reichweite haben.

Zum vierten Mal seit 1999 ist gestern der MDG- Trendmonitor Religiöse Kommunikation erschienen. Obwohl die Studie einen Fokus auf Kommunikation legt, wird sie wie ein Lackmustest für die Bindung der Katholiken an Kirche und Glauben aufgefasst. So fällt ins Auge, dass die Befragten zu 69% die Auffassung vertreten, die Kirche solle sich zu Themen der sozialen Gerechtigkeit äußern. Zu Fragen der Digitalisierung finden nur 13% eine Äußerung der Kirche für notwendig. Insgesamt stellt der Trendmonitor eine abnehmende Kirchenbindung fest.

Interpretation der Daten mitgeliefert

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Im Sommer 2020 wurde für die Studie 1.690 Katholikinnen und Katholiken ab 14 Jahren repräsentativ befragt. Durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Demoskopie Allensbach und der Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH im Auftrag der MDG Medien-Dienstleistung Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die MDG ist eine Beratungsfirma, die zu 100% im Eigentum des Verbandes der Diözesen Deutschlands ist und sich auf Medienberatung spezialisiert hat.

Der neue Trendmonitor nimmt insbesondere die digitalen Angebote sowie Aspekte der digitalen Kommunikation der katholischen Kirche in den Fokus. Zudem werden erstmals kirchliche Medien betrachtet, die erst seit wenigen Jahren am Markt sind, wie zum Beispiel Mitgliedermagazine und deren Bedeutung an Stelle von oder ergänzend zu Bistumszeitungen. Neu ist ferner das letzte Kapitel des Trendmonitors. Hier finden sich Kommentare von Medienexperten und Wissenschaftlern: Die Daten der beiden Institute werden mithin durch unterschiedliche Perspektiven wie religionssoziologische, kommunikationswissenschaftliche oder pastoraltheologische bereits interpretiert.

Kaum Reichweite in kirchlichen Medien

Bei der Vorstellung der Studie sagte Medienbischof Gebhard Fürst, die größte Reichweite für kirchliche Themen werde in säkularen Medien erzielt. MDG Geschäftsführerin Ariadne Klingbeil sagte, die Studie biete eine fundierte und breite Grundlage für die Entwicklung eigener Kommunikationsplanungen und Digitalisierungsstrategien im Medienbereich sowie für die Entwicklung anderer kirchlicher Angebote. Ein Ziel des MDG-Trendmonitors sei es, Klarheit und Transparenz zu schaffen. „Es gibt kein Medium“, so Klingbeil, „das klar von einer Mehrheit der Katholikinnen und Katholiken genutzt wird.“ Für kirchliche Medien gelte, was für alle Medienschaffenden gilt: „Die Zukunft liegt in der Crossmedialität und in der Kombination verschiedener Angebote.“ Für den kirchlichen Medienmarkt gelten keine eigenen Gesetze. DT/pwi

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