Vatikanstadt

Franziskus verurteilt Massaker von Butscha

Das unschuldige Blut der Opfer schreie bis zum Himmel, so der Papst. Bei seiner Generalaudienz küsste er auch eine ukrainische Fahne.
Papst mit Ukraine-Fahne
Foto: IMAGO/VATICAN MEDIA / ipa-agency.net (www.imago-images.de) | Ein Zeichen setzte Franziskus vor den Besuchern in der vatikanischen Audienzhalle, indem er eine ukrainische Flagge hochhielt, die das christliche Kreuz der Kosaken zeigte.

Papst Franziskus hat das von russischen Soldaten begangene Massaker in dem Kiewer Vorort Butscha verurteilt. „Statt Erleichterung und Hoffnung zu bringen, bestätigen die jüngsten Nachrichten über den Krieg in der Ukraine neue Gräuel, wie das Blutbad von Butscha“, erklärte Franziskus bei seiner wöchentlichen Generalaudienz im Vatikan.

"Diese Fahne kommt aus dem Krieg"

Der Papst sprach von Opfern, „deren unschuldiges Blut bis zum Himmel schreit und fleht“. Ein Zeichen setzte Franziskus vor den Besuchern in der vatikanischen Audienzhalle, indem er eine ukrainische Flagge hochhielt, die das christliche Kreuz der Kosaken zeigte. „Diese Fahne kommt aus dem Krieg – aus dieser gemarterten Stadt Butscha“, erklärte er. Man habe sie ihm gestern gebracht. Als er die Fahne wieder zusammenfaltete, küsste er sie.

Lesen Sie auch:

Mit seinen Äußerungen am Mittwoch reagierte der Papst erstmals auf das Massaker in dem Kiewer Vorort, bei dem mindestens 340 Menschen getötet wurden. Die Leichen wurden nach der Rückeroberung des Orts von ukrainischen Soldaten entdeckt.

Bei der Generalaudienz plädierte Papst Franziskus zudem ein weiteres Mal eindringlich für ein Ende des Krieges in der Ukraine. „Möge diesem Krieg ein Ende gemacht werden! Mögen die Waffen zum Schweigen gebracht werden! Möge man aufhören, Tod und Zerstörung zu säen! Beten wir gemeinsam dafür“, so die Worte des Papstes.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
Auch wenn der Vatikan den Ukrainern Verständnis und Solidarität zeigt, macht sich der Papst nicht zum Wortführer eines „gerechten Kriegs“ des Westens gegen Russland.
27.05.2022, 19  Uhr
Guido Horst
Im Ukraine-Krieg würde der Vatikan gerne vermitteln. Aber die Plauderei des Papstes belasten die Gespräche des Vatikandiplomaten Paul Richard Gallagher in Kiew.
19.05.2022, 11  Uhr
Guido Horst
Man dürfe den Dialog nicht abbrechen, auch wenn er sich wegen des Krieges in einer sehr schwierigen Situation befinde, so der päpstliche Ökumene-Beauftragte.
28.04.2022, 15  Uhr
Meldung
Themen & Autoren
Meldung Russlands Krieg gegen die Ukraine Papst Franziskus Päpste

Kirche

Auch für die Ukraine kann man das Undenkbare denken. Die Liturgie und der Papst, der Umbau der Gesellschaft und eine Philosophie des Weines finden sich in der neuen Ausgabe der Tagespost.
06.07.2022, 17 Uhr
Redaktion
Eine Franziskanerinnenkongregation aus Kamerun ist bereit, ins Berliner Kloster St. Gabriel einzuziehen. Dadurch würde die Umwidmung der Anlage für säkulare Zwecke verhindert.
06.07.2022, 14 Uhr
Vorabmeldung
Der heilige Anselm von Canterbury (1033–1109 wollte die Vernünftigkeit des Glaubens der Kirche erweisen. 
06.07.2022, 07 Uhr
Marius Menke
Der vom Synodalem Weg geplante Synodale Rat stößt auf dezidierte Kritik. Laut Kardinal Kasper zerstört ein solches Gremium die Struktur, „die Christus für seine Kirche gewollt hat“.  
05.07.2022, 10 Uhr
Dorothea Schmidt