ROM/LONDON/KINSHASA

Bedauern und Schock in Afrika

Papst Franziskus löst mit der Absage seiner Reise in den Kongo und in den Südsudan Enttäuschungen aus.
Papst im Rollstuhl
Foto: Alessandra Tarantino (AP) | Wegen seiner Knieprobleme hat der Papst die Reise in den Kongo und den Südsudan abgesagt.

Mit großem Bedauern wird im Kongo und im Südsudan aufgenommen, dass Papst Franziskus seine geplante Afrika-Reise am Freitag aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagte. Auch Anglikaner-Primas Justin Welby zeigte sich betrübt über die Verschiebung des gemeinsam geplanten Besuchs im Südsudan. Er bete für den Papst, und teile dessen Bedauern über den Aufschub der gemeinsamen Reise, twitterte der Erzbischof von Canterbury.

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Ursache sind Knieprobleme

Am Freitag hatte der Vatikan mitgeteilt, dass Papst Franziskus die für 2. bis 7. Juli geplante Reise in den Kongo wie in den Südsudan wegen seiner anhaltenden Knieprobleme und auf Anraten seiner Ärzte verschiebt. Im Südsudan wollten ihn das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, Erzbischof Welby, und der Moderator der presbyterianischen Kirche Schottlands, Iain Greenshields, begleiten.

Die Regierung des Kongo wünschte Franziskus eine „schnelle Genesung“. Das kongolesische Volk erwarte dringend den Besuch des Papstes „im Zeichen des Friedens und der Versöhnung in Jesus Christus“, so Kommunikationsminister Patrick Muyaya. Kardinal Fridolin Ambongo Besungu zeigte sich sehr getroffen: „Es war ein Schock. Zuerst für mich selbst, aber ich dachte dabei vor allem an mein Volk, ein Volk, das leidet", sagte der Erzbischof von Kinshasa im Interview mit dem französischsprachigen katholischen Fernsehsender KTO. Der Papstbesuch in der Demokratischen Republik Kongo wäre für die Menschen dort ein Moment der Hoffnung und des Aufatmens gewesen. Dies habe sich nun leider in Luft aufgelöst. DT

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