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Synodalversammlung: Bischof Meier zieht gemischtes Fazit

Er habe die vierte Synodalversammlung eher als „gereizte Synode“ empfunden, so der Augsburger Bischof. Das Tischtuch sei aber nicht zerschnitten.
Augsburger Bischof Bertram Meier wünscht sich "Haltung des Wartens"
Foto: Maximilian von Lachner (Synodaler Weg / Maximilian von L)

Nach dem Ende der vierten Vollversammlung des Synodalen Wegs hat der Augsburger Bischöfe Bertram Meier ein gemischtes Fazit gezogen. „Entspanntes Klima sieht anders aus, ich empfand die Versammlung eher als ,gereizte Synode‘“, schrieb Meier in einer Stellungnahme, die das Bistum Augsburg am Sonntag auf seiner Website veröffentlichte. Trotz der Anspannung sei das Tischtuch aber nicht zerschnitten. „Wir sind nicht auseinandergegangen, wir sind beisammengeblieben: ein Hoffnungszeichen.“

Meier wünscht sich "Haltung des Wartens"

Gleichzeitig betonte der Augsburger Bischöfe, dass der weltkirchliche synodale Prozess, den Papst Franziskus angestoßen hat, mit dem bevorstehenden vorläufigen Ende des Synodalen Wegs in Deutschland „längst nicht am Ziel“ sei. „Er geht jetzt erst richtig los“, betonte Meier. Für die deutsche Kirche stelle sich die Aufgabe, „unsere Ergebnisse zu sichern und etwas innezuhalten, um die anderen Ortskirchen mitkommen zu lassen“. Meier wörtlich: „Wir sollten sie nicht ,abhängen‘, sondern uns gegenseitig anspornen und einbinden. Die Kirche in Deutschland muss beim Zieleinlauf nicht die erste sein.“

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Zudem betonte Meier, dass er sich für die weiteren Schritte eine „Haltung des Wartens“ in verschiedener Hinsicht wünsche: „Unsere Anliegen und Wünsche - bitte nicht Forderungen (!) – werden in Rom erwartet.“ Außerdem müsse man selbst warten lernen, bis die Weltkirche sich in die Themen, die die Katholiken in Deutschland setzen wollten, eingeklinkt habe. Ein konkreter Ansatz könne sein, „gegen die Ungeduld des Nicht-erwarten-Könnens anzukämpfen“. Dafür setze man auf die Haltung des Aufeinander-Wartens, so der Augsburger Bischöfe.

Frei gegenüber Lobbyisten bleiben

Darüber hinaus hob Meier hervor, dass er im weiteren Verlauf des Synodalen Wegs „frei bleiben“ wolle, was keineswegs desinteressierte Neutralität bedeute. Vielmehr wolle er frei bleiben „gegenüber meinen eigenen Interessen und Vorlieben, frei gegenüber Lobbyisten, die ihre eigene Agenda voranbringen wollen, frei an Gott gebunden“. Und er wolle frei mit seinem Gewissen ausmachen, „welchen Beschlüssen ich folge und wo ich meine Gefolgschaft verweigern muss“.

Im Blick auf die Weiterführung des Synodalen Weges seien ihm Konsequenzen wichtig, so Meier. „Der Synodale Weg sollte kein Ereignis der Folgenlosigkeit sein.“ Synodalität bedeute einen Kulturwandel, der Geduld und Zeit brauche. Synodalität sei weniger eine Methode als eine Stilfrage. „Wir müssen uns diesen Lebensstil der Kirche aneignen.“  DT/mlu

Lesen Sie ausführliche Hintergründe, Berichte und Analysen zur vierten Synodalversammlung in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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