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Mutter von Carlo Acutis: „Wir hören täglich von möglichen Wundern“

Für Andrea Salzano Acutis, Mutter des seligen Carlo Acutis, kann das Zeugnis ihres Sohnes Anstöße für die Kirche von heute geben.
Der selige Carlo Acutis soll bald heiliggesprochen werden.
Foto: MASSIMILIANO MIGLIORATO/CPP / via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Der selige Carlo Acutis soll bald heiliggesprochen werden.

Jeder wird als Original geboren, aber die meisten sterben als Fotokopie“, zitiert Antonia Salzano Acutis ihren Sohn, den seligen Carlo Acutis. Im Interview mit der US-Zeitschrift "National Catholic Register" spricht Acutis über ihren Sohn, den Prozess seiner Heiligsprechung und seine Botschaft für die Kirche heute. Carlo Acutis habe Twitter nicht mehr erlebt – doch seine Redewendungen seien wie Tweets gewesen. Das berühre Menschen heute mehr als „Abhandlungen“ von Mystikern. „Wir brauchen heute eine dynamischere, essenziellere Katechese“, fordert Acutis.

Erst Ende Mai gab Papst Franziskus die Heiligsprechung Carlo Acutis' bekannt. Die Begeisterung sei groß gewesen. „Alles steht still, bis er unterschreibt“, so Acutis. Ausschlaggebend für die Heiligsprechung war ein zweites Wunder; die Heilung einer Costa-Ricanerin, die bei einem Fahrradunfall 2022 eine schweres Hirntrauma erlitt. Im Heiligsprechungsprozess wird das Wunder von mehreren medizinischen Instanzen geprüft. „In Carlos Fall stimmten alle überein, dass es sich um ein Wunder handelte“, berichtet Acutis.

Auch in der Familie noch gegenwärtig

Das erste Wunder sei allerdings bereits an Carlos Bestattung geschehen, als eine Frau von Brustkrebs geheilt wurde. „Wir hören täglich von möglichen Wundern durch Carlos Fürsprache“, so Acutis. Darunter seien medizinisch dokumentierte Wunder, Bekehrungen und Gnaden und andere Gebetserhörungen. „Ich spüre seine Gegenwart in unserem Zuhause“, so Carlos Mutter. „Wir spüren seine Hilfe und seinen Beistand für seine Geschwister“. Michele und Francesca Acutis, Carlos jüngere Geschwister, wurden vier Jahre nach seinem Tod geboren.

Laut Acutis lebte Carlo eine „simple“ Spiritualität, die jeder nachahmen könne: Der Empfang der Sakramente, die Gottesmutter, der Rosenkranz, Gebet, die Lektüre der Heiligen Schrift und Werke der Nächstenliebe. „Je ,simpler‘ wir werden, desto näher kommen wir Gott“, so die Italienerin. Carlo habe die Fähigkeit besessen, bei Dingen wie Handys oder Videospielen Maß zu halten. So habe er sich bereits als Kind vorgenommen, nur eine Stunde in der Woche auf seiner PlayStation zu spielen. „Die Tugend der Mäßigung leitet uns an, gute und schöne Dinge richtig zu benutzen“, so Acutis. Carlo sei es wichtig gewesen, keine Zeit zu verschwenden:„Jede vergangene Minute ist eine Minute weniger für unsere persönliche Heiligung.“

Die Heiligsprechung von Carlo Acutis findet voraussichtlich in Rom statt; ein Termin steht noch nicht fest. Carlo Acutis wurde 1991 geboren und starb im Jahr 2006 an Leukämie. Er hielt Katechesen und wurde darüber hinaus als „Schutzpatron des Internets“ bekannt. Acutis stellte unter anderem eine Website zusammen, auf der er Eucharistische Wunder auflistete, die heute Grundlage der Ausstellung „Eucharistic Miracles“ ist, die bisher auf fünf Kontinenten Gläubige erreicht hat. DT/sdu

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