Heilige

Die heilige Lucia von Syrakus - 13. Dezember

Die heilige Lucia von Syrakus gehört mit den Heiligen Agnes von Rom, Agatha von Catania und Cäcilia von Rom zu den vier jungfräulichen Märtyrerinnen der frühen Christenheit. Von Katrin Krips-Schmidt
Die heilige Lucia von Syrakus
Foto: IN

Die heilige Lucia von Syrakus gehört mit den Heiligen Agnes von Rom, Agatha von Catania und Cäcilia von Rom zu den vier jungfräulichen Märtyrerinnen der frühen Christenheit. Ihre Verehrung, die sogar im skandinavischen Raum weit verbreitet ist, geht auf eine Beschreibung ihres Lebens und Martyriums aus dem fünften Jahrhundert zurück, die im Laufe der darauffolgenden Jahrhunderte noch weiter legendenhaft ausgeschmückt wurde. Schon seit dem sechsten Jahrhundert wird Lucia im Messkanon der Kirche erwähnt.

Gemälde der heiligen Lucia
Foto: Museum | Michael Triegel: Lucia, Mischtechnik auf Leinwand, 2012.

Geschichte und Legende der heiligen Lucia

Der Überlieferung zufolge wurde Lucia um 283 in Syrakus in Italien als Tochter eines wohlhabenden römischen Bürgers geboren. Schon als junges Mädchen war Lucia, deren Vater früh verstorben war, Christin. Darüber hinaus verehrte sie die heilige Agatha von Catania, die wenige Jahrzehnte zuvor – um 250 – auf Sizilien den Martertod erlitten hatte. Zu deren Grab pilgerte Lucia mit ihrer an Blutungen leidenden Mutter Eutychia um das Jahr 300, um deren Heilung zu erbitten. Nach ihrer wunderbaren Genesung kehrten Mutter und Tochter wieder zurück und verteilten ihr Hab und Gut an die Armen.

Lucia war von ihrer Mutter einem jungen Mann zur Ehe versprochen worden, hatte jedoch um Christi willen Jungfräulichkeit gelobt. Als im Jahr 304 Kaiser Diokletian begann, die Christen im Römischen Reich zu verfolgen, wurde Lucia von ihrem abgewiesenen Verlobten beim Konsul Paschasius angezeigt. Dieser verlangte, dass die Jungfrau seinen römischen Göttern dienen sollte. Natürlich lehnte sie das ab. Nun wollte der Konsul sie ins Bordell bringen, doch Lucia erwiderte:

„Solange ich mich nicht willentlich dazu hergebe, meinen Leib zu entweihen, solange wird meine Tugend keinen Schaden nehmen! Ruf du nur die, die mich schänden wollen. Sie werden mir nichts zuleide tun.“

Und so geschah es auch. Lucias Körper wurde so schwer, dass nicht einmal tausend Männer sie von der Stelle bewegen konnten. Schließlich wurde sie mit einem Schwerthieb in den Hals getötet. In manchen Fassungen wird erzählt, sie habe sich vor dem Tod die Augen ausgerissen, die ihr Verlobter immer so gepriesen habe, und diese ihm auf einem Tablett schicken lassen – mit der Begründung, dass sie keine mehr brauche, da sie nun mit geistlichen Augen sehe.

Video: Brauchtum in Schweden

In Schweden und den anderen skandinavischen Ländern beginnen die Feierlichkeiten für den Festtag der heiligen Lucia bereits am Vorabend: Die Kinder backen Brötchen und sternenförmige Ingwerkekse. Am 13. Dezember zieht die älteste (oder auch die jüngste) Tochter der Familie ein weißes Kleid an und gürtet sich mit einem roten Band. Auf dem Kopf eine Blätterkrone mit Kerzen, serviert sie nun den übrigen Familienmitgliedern das Frühstück ans Bett.

 

Die Schutzpatronin der Blinden und vieler Berufsgruppen

Die heilige Lucia wird bei Augenleiden und bei Blutfluss und Halsschmerzen angerufen. Sie ist zudem die Schutzpatronin der Blinden sowie vieler Berufsgruppen, unter anderem der Elektriker, der Anwälte und der Augenärzte.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Christen Diokletian Heilige Heiligtum Jesus Christus Märtyrer

Weitere Artikel

Die „Märtyrerkinder“ Cristobal, Antonio und Juan gehören zu den amerikanischen Protomärtyrern und wurden 1990 von Papst Johannes Paul II. selig- und 2017 von Papst Franziskus heiliggesprochen.
22.09.2022, 21 Uhr
Claudia Kock
Der Priester aus dem Orden der Herz-Jesu-Missionare starb als Märtyrer in Guatemala.
04.06.2022, 05 Uhr
Claudia Kock
María Antonia bot mit 21 Jahren ihr Leben als Opfer für das Heil ihres Taufpaten an, der einen unchristlichen Lebenswandel führte. Er bekehrte sich.
27.04.2022, 05 Uhr
Claudia Kock

Kirche

Durch die emotionalisierte Insnzenierung von einem Opfer und einem Täter, der sich entschuldigen soll, wird ein notwendiger Disput im Keim erstickt: der über das Verständnis der Offenbarung.
05.10.2022, 18 Uhr
Dorothea Schmidt
Ein Gespräch mit dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer über den Synodalen Weg, die Beratungen der Bischöfe in Fulda, den bevorstehenden Ad-limina-Besuch in Rom und die Anerkennung der ...
05.10.2022, 17 Uhr
Regina Einig
Das Projekt des Erzbistum München und Freising hat den Anspruch „die Anliegen queerer Katholikinnen und Katholiken besser zu berücksichtigen sowie Austausch und Beratung für Menschen aus der ...
05.10.2022, 18 Uhr
Meldung
Die neue Ausgabe ist fertig. Zahlreiche spannende und interessante Berichte, Hintergründe, Reportagen und Kommentare warten auf den Leser.
05.10.2022, 16 Uhr