Clelia Merloni - Die Wochenheilige am 21. November

Die selige Clelia Merloni ASCJ. Von Claudia Kock
21. November: Die Wochenheilige Die selige Clelia Merloni ASCJ

Am 3. November wurde in der Lateranbasilika Clelia Merloni, die Gründerin der Kongregation der „Apostole del Sacro Cuore“, seliggesprochen. Schon einmal hatte Mutter Clelia eine große Menschenmenge angezogen, als kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem von Bomben verwüsteten römischen Friedhof „Campo Verano“ ihr intakter Sarg und darin ihr unversehrter Leichnam entdeckt wurde. Am Pfingstsonntag 1945 wurde dieser in einer feierlichen Prozession in die Kapelle des Generalats der „Apostole des Sacro Cuore“ überführt, wo Mutter Clelia bis heute ruht.

Clelia Merloni wurde am 10. März 1861 im norditalienischen Forli geboren. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter wuchs sie mit ihrem Vater, einem reichen Industriellen, und einer Stiefmutter auf. Aufgrund ihrer angegriffenen Gesundheit besuchte sie nur kurz eine Ordensschule und erhielt dann Privatunterricht, der sie auf ein Leben als Ehefrau in der gehobenen Gesellschaft vorbereiten sollte.

Clelia fühlte sich jedoch zum Ordensleben berufen und trat mit 22 Jahren in eine Kongregation ein, die sie vier Jahre später aus gesundheitlichen Gründen wieder verlassen musste. 1892 unternahm sie einen neuen Versuch und trat in die Kongregation der „Figlie di Santa Maria Madre della Provvidenza“ in Savona ein. Hier erkrankte sie an Tuberkulose, wurde aber nach einem Gebet an die Heiligen Herzen Jesu und Maria auf wunderbare Weise geheilt. Gleichzeitig empfing sie die innere Gewissheit über ihre Berufung: die Gründung einer Kongregation, die dem Heiligen Herzen Jesu geweiht sein sollte und deren Mitglieder sich um Waisen und Randgruppen der Gesellschaft kümmern und alles für die Bekehrung der Sünder aufopfern sollten. Zunächst ging sie nach Viareggio, wo sie mit dem Erbe ihres 1895 verstorbenen Vaters eine Schule sowie Waisenhäuser und Altenheime gründete und immer mehr junge Frauen sich ihr anschlossen. Bereits nach drei Jahren erlitt die so entstehende Kongregation jedoch einen schweren Schlag: Ein Priester, dem die Verwaltung der Werke anvertraut worden war, hatte durch Misswirtschaft viele Gelder verloren und setzte sich mit dem restlichen Vermögen ins Ausland ab. So blieb Mutter Clelia und den Schwestern nichts anderes übrig, als die Werke aufzugeben und Viareggio zu verlassen.

In Piacenza fanden sie Unterstützung durch den seligen Bischof Giovanni Battista Scalabrini. Er approbierte die „Apostelinnen des Heiligen Herzens“ im Jahr 1900. Im Dom zu Piacenza legten Mutter Clelia und 18 Gefährtinnen die feierlichen Ordensgelübde ab. Sie widmeten sich dem Aufbau karitativer Werke; einige von ihnen wurden von Bischof Scalabrini in die Missionen nach Nordamerika und Brasilien gesandt.

Da Mutter Clelia und Bischof Scalabrini unterschiedliche Linien verfolgten, kam es zur Spaltung innerhalb der Kongregation. Mutter Clelia geriet in Misskredit, auch weil sie die Schuld für das finanzielle Scheitern in Viareggio auf sich nahm, um den geflohenen Priester nicht zu belasten. Ein Teil der Kongregation wandte sich von ihr ab, es folgten drei Apostolische Visitationen, und eine neue Generaloberin wurde eingesetzt. 1916 verließ Mutter Clelia die Kongregation aus freiem Willen, um dem Frieden im Institut nicht im Weg zu stehen. Sie wurde in der Folgezeit vollkommen ausgegrenzt; den Schwestern wurde jeglicher Kontakt zu ihr untersagt. 1920 schrieb sie an Papst Benedikt XV. und bat um Wiederaufnahme in die von ihr gegründete Kongregation. Erst 1928 wurde es ihr gestattet. Gealtert und geschwächt verbrachte sie die letzten beiden Jahre ihres Lebens in einem vom Rest der Gemeinschaft isolierten Zimmer, das an eine Kapelle angrenzte, wo sie für ihre Kongregation betete und das Opfer darbrachte, das Teil ihrer ursprünglichen Inspiration gewesen war. Dazu gehörte auch die Vergebung der üblen Nachrede und des Unrechts, unter dem sie lange Jahre leiden musste. Sie starb am 21. November 1930.

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