Heilige

Die heilige Mariana de Jesús Paredes y Flores - 26. Mai

Ecuador ist stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Daher hoffen viele Bürger des südamerikanischen Landes auf die Fürsprache der heiligen Mariana de Jesús Paredes y Flores.
Mariana de Jeus Paredes
Foto: IN | Mariana de Jeus Paredes hatte ein sehr reiches mystisches Leben, erlebte häufige Ekstasen und hatte die Gaben der Herzensschau und der Prophetie.

Der südamerikanische Staat Ecuador gehört zu den von der Covid-19-Pandemie am schwersten betroffenen Ländern. Viele Ecuadorianer hoffen in dieser Leidenszeit auf die Fürsprache der heiligen Mariana de Jesús Paredes y Flores, der Schutzpatronin des Landes. Sie lebte viele Jahre in selbstgewählter Isolation und bot sich Gott als Sühneopfer dar, um ihre Heimatstadt Quito von Erdbeben und Pest zu befreien.

Papst Johannes Paul II. besuchte 1985 ihr Grab in der „Iglesia de la Compañía“ in Quito ebenso wie Papst Franziskus im Jahr 2015. Benedikt XVI. weihte 2005 eine Statue der ecuadorianischen Nationalheiligen auf der Außenfassade des Petersdoms in Rom.

Von frühester Kindheit an durch ihre Frömmigkeit aufgefallen

Mariana de Jesús Paredes y Flores wurde am 31. Oktober 1618 in Quito geboren, einem von spanischen Eroberern besiedelten Zentrum der „Conquista“ im Andenhochland, das heute die Hauptstadt von Ecuador ist. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern wuchs sie in der Familie einer älteren Schwester auf. Mariana fiel von frühester Kindheit an durch ihre Frömmigkeit auf, baute im Garten kleine Altäre, lud andere Kinder ein, zusammen mit ihr den Rosenkranz oder den Kreuzweg zu beten, und träumte davon, in die Mission zu den Indios zu gehen. Die Jesuiten, bei denen sie Katechismusunterricht bekam, waren erstaunt über ihr religiöses Verständnis und ließen sie bereits mit acht Jahren zur Erstkommunion zu.

Als junges Mädchen unternahm sie zwei Versuche, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten, die jedoch aufgrund äußerer Umstände scheiterten. Da sie dies als Zeichen Gottes verstand, fasste sie mit Zustimmung ihres Beichtvaters, des Jesuiten P. Morosalvas, den Entschluss, die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams in privater Form abzulegen und in einigen Räumen im Haus ihrer Schwester ein zurückgezogenes Leben in Gebet und Buße zu führen. Sie trug ein schwarzes Gewand, das ähnlich war wie das der Jesuiten, und strukturierte ihren Tageslauf nach einem von P. Morosalvas vorgegebenen Schema: fünf Stunden Gebet, außerdem geistliche Lesungen und Handarbeiten, durch deren Verkauf sie arme Menschen unterstützte, die sie täglich bei sich zu Hause empfing, wo sie die Möglichkeit hatten, sich zu waschen, und neue Kleidung bekamen.

Mit 21 schließt sie sich dem Drittorden der Franziskaner an

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Außerdem unterrichtete sie zuhause Kinder im Lesen und Schreiben, sang mit ihnen und begleitete sie dabei auf der Gitarre oder auf dem Klavier. 1939, mit 21 Jahren, schloss sie sich dem Drittorden der Franziskaner an. Während dieser ganzen Zeit verließ Mariana das Haus nur, um täglich die heilige Messe zu besuchen oder wenn jemand ihre Hilfe brauchte, machte Bußübungen und hielt strenge Fastenzeiten. Sie hatte ein sehr reiches mystisches Leben, erlebte häufige Ekstasen und hatte die Gaben der Herzensschau und der Prophetie.

1645 war ein schwarzes Jahr für die Stadt Quito. Sie wurde erst von mehreren Erdbeben heimgesucht, in denen rund 2 000 Menschen ums Leben kamen, und dann von einer schweren Pestepidemie. Am vierten Sonntag der Fastenzeit besuchte Mariana die heilige Messe, die von dem Jesuiten P. Alonso de Rojas gefeiert wurde. Als dieser während der Predigt von der Kanzel verkündigte, er biete sich Gott als Sühneopfer an, um den Erdbeben und der Pest ein Ende zu setzen, sprang Mariana von ihrem Platz auf und rief laut: „Nein, Herr! Das Leben dieses Priesters ist notwendig, um viele Seelen zu retten. Ich dagegen bin nicht notwendig; ich biete dir mein Leben an, damit diese Übel ein Ende haben mögen!“

Mariana stirbt im Alter von nur 26 Jahren

Kurz darauf beruhigte sich die Erde, und die Pest ging zurück. Mariana dagegen wurde schwer krank und starb am 26. Mai 1645, einem Freitag, im Alter von nur 26 Jahren. Sie wurde von Anfang an im Volk sehr verehrt, und schon bald mehrten sich die Berichte von Wundern durch ihre Fürsprache. 1757 wurde ihr Kanonisierungsprozess eröffnet; 1950 wurde sie von Papst Pius XII. heiliggesprochenen. Bereits fünf Jahre zuvor, im Jahr 1945, war sie von der ecuadorianischen Nationalversammlung zur Volksheldin erklärt worden.

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