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Kirchenrechtler Hallermann skeptisch über Münchner Synodales Gremium

Es scheint sich um eine rechtliche Nullnummer handeln. Beschreibung der Zuständigkeiten und Kompetenzen des Gremiums sind nicht möglich.
Mariensäule und Frauenkirche in München
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | Es gibt rechtliche Bedenken bei dem neuen Synodalen Gremium in München.

Der emeritierte Würzburger Kirchenrechtler Heribert Hallermann hat sich skeptisch über das kürzlich vom Erzbistum München in einer Pressemitteilung erwähnte „Synodale Gremium“ geäußert. Den Angaben des Erzbistums zufolge soll damit „unter dem Vorsitz von Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, auf diözesaner Ebene ein verlässlicher Ort der synodalen Beratung und Abstimmung geschaffen werden.“

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Hallermann merkt an, das Gremium erwecke den Eindruck einer „juristischen Nullnummer“, weil die Errichtung des Gremiums wurde - auch nach Auskunft des Pressesprechers - nicht ordnungsgemäß promulgiert worden und ohne eine genaue Beschreibung der Zuständigkeiten und Kompetenzen des Gremiums nicht möglich sei.

Uneindeutige Bestimmung

Auch die Aufgaben des Gremiums sind aus Sicht des Kirchenrechtlers nicht eindeutig bestimmt: „Weil die Zuständigkeiten und Kompetenzen kirchenrechtlich vorgeschriebener Gremien tangiert werden, ist zum einen eine genaue und gesetzlich geregelte Abgrenzung notwendig; zum anderen stellt sich die Frage, ob der Diözesanbischof überhaupt befugt ist, Zuständigkeiten, Rechte und Pflichten kirchenrechtlich vorgeschriebener und bestehender Gremien ganz oder teilweise auf ein anderes Gremium zu übertragen.“ Ein Gremium ohne gesetzlich geregelten Zuständigkeiten und Kompetenzen hänge letztlich voll und ganz vom Wil-len des Bischofs ab. Dies habe aber mit „Synodalität“ wenig zu tun. DT/reg

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