Kirche

Ukraine: Konsequenzen für die Ökumene

Die ukrainische Landeskirche wird anerkannt. Im Gespräch mit der „Tagespost“ erläutert Alexander Krylov die Folgen.
Unabhängigkeit der ukrainischen Kirche hat Konsequenzen für die Ökumene
Foto: Emrah Gurel (AP) | Unabhängigkeit der ukrainischen Kirche hat Konsequenzen für die Ökumene.


Alexander Krylov nimmt die Warnung des russischen Präsidenten Wladimir Putin vor blutigen Konflikten in der Ukraine ernst.

Kämpfe um jede einzelne Pfarrei

Mit Blick auf die am Sonntag offiziell besiegelte Eigenständigkeit der ukrainisch-orthodoxen Kirche erklärte der langjährige Leiter des West-Ost-Institut Berlin, dass ukrainische Medien dass sie die russische Kirche des Moskauer Patriarchats immer wieder mit KGB-Strukturen gleichsetzten. „Es ist schon ein Hetzen, dass nicht dem Frieden und der Vereinigung aller Gläubigen dient. Es werden sogar Kämpfe um jede einzelne Pfarrei stattfinden“, erklärte Krylov. Es sei auch Aufgabe des Westens und in den westlichen Demokratien, zu schauen, dass alles friedlich abläuft.

Gebot der Stunde für den Vatikan: Schweigen und beobachten

Die beste vatikanische Diplomatie besteht Krylov zufolge im Schweigen und beobachten, wie sich die Dinge entwickelten. Für den Vatikan bestehe auch eine Chance in der neuen Situation. „Wenn Moskau nicht mehr so stark wird, kann der Vatikan gut mit Konstantinopel und auch mit Kiew verhandeln. Es ist dabei interessant, wie russischen kirchlichen Medien über die Rangordnung der Kirchen schreiben. An erster Stelle stand in dieser Rangordnung ab Anfang an der Bischof von Rom. Nach der Spaltung 1048 hieß es, Konstantinopel sei jetzt der Erste. Der römische Bischof wurde in der Randordnung kaum erwähnt. Jetzt, wenn die russisch-orthodoxe Kirche mit Bartholomaios unzufrieden ist, wird er in manchen Kommentaren doch an der zweiten Stelle nach dem Bischof von Rom platziert“, unterstrich Krylov.

DT/reg (jobo)

Wie Alexander Krylov die Rolle des Papstes einschätzt und was Angela Merkel mit der innerorthodoxen Konfliktlage zu tun hat, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 3. Januar 2019.

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