Patronin der Mütter und der Schwangeren

Zum Gedenktag der heiligen Märtyrerinnen Perpetua und Felicitas am 7. März. Von Katrin Krips-Schmidt

Jeden Tag werden die beiden Heiligen Perpetua und Felicitas im römischen Kanon der Messe erwähnt. Ihnen wurde, wie es in der Oration vom heutigen Tage heißt, „die Kraft gegeben, ihre Verfolger nicht zu fürchten und die Qualen des Martyriums zu bestehen.“ Die beiden verheirateten Taufbewerberinnen erblickten um 180 in Karthago, im heutigen Tunesien, das Licht der Welt. Unter der Christenverfolgung von Kaiser Septimius Severus wurden sie gemeinsam mit einer Gruppe weiterer Katechumenen verhaftet. Perpetua stammte aus einer adligen Familie und war vor kurzem Mutter eines Sohnes geworden, den sie noch stillte und deshalb in der Gefangenschaft bei sich hatte. Ihre Sklavin Felicitas war im achten Monat schwanger. Sie bekam im Gefängnis einer Tochter, die nach ihrem Martertod von einer Christin adoptiert wurde. Während der langen Zeit im Kerker empfingen die beiden jungen Mütter kurz vor ihrem Martyrium noch die Taufe, obwohl Perpetuas heidnischer Vater noch verzweifelt versuchte, seine Tochter von ihrem neuen Glauben abzubringen. Doch sie und ihre Sklavin, die gleichzeitig ihre treue Gefährtin war, blieben standhaft.

Am 7. März 203 sollte, um die Mitregentschaft des Sohnes von Septimius Severus gebührend zu feiern, ein besonderes Spektakel stattfinden. Dazu führte man die Gefangenen, zu denen auch noch vier Männer – Saturninus, Saturus, Secundinus und Revocatus – gehörten und die ebenfalls zum Christentum bekehrt worden waren, in das Amphitheater: Dort sollten sie wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen werden. Während die Männer durch einen Leoparden und einen Bären den Tod fanden, wurden die Frauen von einer wilden Kuh auf die Hörner genommen, bevor ihnen vom Henker mit einem Dolch der Todesstoß versetzt wurde.

Eine große Bedeutung hat der Tod der jungen Blutzeuginnen Christi deshalb erlangt, da Perpetua kurz vor ihrer Hinrichtung Tagebuch über ihr Leiden geführt hat. Dieser Bericht wurde post mortem von einem unbekannten Christen, der ein Augenzeuge der Ereignisse in der Arena gewesen war, zu den „Akten der heiligen Perpetua und Felicitas“ detailliert fortgeschrieben. Aus diesen erschütternden Märtyrerakten wurde noch viele Jahrhunderte später in den Predigten der Kirche Nordafrikas vorgelesen. Die heilige Perpetua ist unter anderem die Patronin der Mütter und der Schwangeren sowie der 200 Kilometer südlich von Paris gelegenen Stadt Vierzon, in deren Kirche Notre-Dame de Vierzon die Reliquien der Heiligen aufbewahrt werden.

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