Kirche

Noch keine Entscheidung des Papstes zu Medjugorje

Derzeit ist offen, wann Franziskus Näheres bekannt gibt

Rom (gho/KNA) Zu dem umstrittenen Marienwallfahrtsort Medjugorje liegt offenbar noch keine Entscheidung von Papst Franziskus vor. Das berichtete das italienische Nachrichtenportal „Vatican Insider“ unter Berufung auf Kurienkreise am Wochenende. Dies bedeute jedoch nicht, dass der Vatikan gegen die Pilgerfahrten in den bosnisch-herzegowinischen Ort sei. Am Freitag hatte der Papst den altersbedingten Rücktritt des Warschauer Erzbischofs Henryk Hoser (75) angenommen, der früher auch Sondergesandter für Medjugorje war; diese Sondermission ist inzwischen beendet. Hoser hatte zum Ende seiner Amtszeit in einem Interview mit dem Online-Dienst Aleitea gesagt, er rechne damit, dass die Kirche die ersten der seit 1981 in Medjugorje berichteten Erscheinungen als echt anerkenne.

Benedikt XVI. (2005–2013) hatte 2010 eine Kommission unter Leitung des italienischen Kardinals Camillo Ruini eingesetzt, um den übernatürlichen Charakter der Ereignisse von Medjugorje zu klären. 2014 legte der Ausschuss seine Ergebnisse der vatikanischen Glaubenskongregation vor. Anschließend wurden sie dem Staatssekretariat übergeben.

Wie dieser Zeitung in der Glaubenskongregation bestätigt wurde, liegt die Angelegenheit nicht mehr in ihrer Zuständigkeit, auch wisse man nicht, wie der Stand der Dinge sei und wann Papst Franziskus seine Entscheidung bekannt geben werde. Die Mehrheit der Mitglieder der Ruini-Kommission soll damals die ersten sieben Erscheinungen, die sich zwischen dem 24. Juni und dem 3. Juli 1981 ereigneten, als authentisch eingestuft haben. Überwiegend Zweifel gab es laut Berichten über das noch unveröffentlichte Dossier an den folgenden rund 42 000 Visionen von Ende 1981 bis heute. Der Bericht der Ruini-Kommission soll auch den Vorschlag enthalten, das Heiligtum von Medjugorje aus der Diözese Mostar herauszuschneiden und direkt dem Vatikan zu unterstellen. Papst Franziskus hat die Arbeit der Kommission mehrfach lobend erwähnt.

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