Bischof Meier

„Nicht eine andere, sondern eine geistlich erneuerte Kirche!“

Es wäre schade, wenn das Thema Abtreibung zur Verhandlungsmasse des Synodalen Weges würde, so der Augsburger Bischof Bertram Meier.
Fronleichnamsprozession am 16.06.2018 in Augsburg. (Foto: Bischof Bertram Meier waerend des Gottesdienstes) 60 Tage nach
Foto: IMAGO/Annette Zoepf (www.imago-images.de) | Der Augsburger Bertram Meier: „Nicht die Änderung des 'Systems' Kirche ist angezeigt, sondern das Anliegen: Wie können wir Jesus Christus und sein Evangelium den Menschen von heute anbieten?“

Die Auseinandersetzung über den Umgang mit Abtreibung seitens der katholischen Kirche reiß nicht ab. Jetzt hat sich der Augsburger Bischof Bertram Meier zur Abtreibungsfrage geäußert. Verschiedenen Medienberichten zufolge sieht der Bischof Abtreibung nicht als Verhandlungsmasse. „Wenn es um Leben und Tod geht, gibt es meines Erachtens keinen Kompromiss. Es wäre schade, wenn das Thema zur Verhandlungsmasse des Synodalen Weges würde.“ Der Schutz des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Tod stehe für ihn ganz oben auf der Prioritätenliste der katholischen Kirche.

ZdK-Chefin forderte flächendeckende Abtreibung

Im Juli hatten die Aussagen der ZdK-Vorsitzenden Irme Stetter-Karp hohe Wellen geschlagen. In der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“ hatte sie unter anderem dafür plädiert, „sicherzustellen, dass der medizinische Eingriff eines Schwangerschaftsabbruchs flächendeckend ermöglicht wird“. Sichergestellt werden müsse auch, dass Abtreibung in die medizinische Ausbildung integriert wird. Damit hat die Chefin der Laienorganisation eine kontroverse geführte Debatte ausgelöst. 

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Nächste Woche geht die Synodalversammlung in die vierte Runde. Zu vermuten ist, dass das Thema Abtreibung dort behandelt wird. Bischof Meier verwies in seinem Beitrag in Zusammenhang mit dem Synodalen Weg auf Jesus. Dieser habe gesagt: „Ihr seid in der Welt, aber nicht von der Welt.“ Und er erinnerte daran, dass der Reformprozess international beobachtet würde. 

Synodaler Weg könnte katholischen Rahmen sprengen

Er selbst sei neulich in der Schweiz und in Polen gewesen, so Meier weiter. Besonders in Polen habe er die Sorge herausgehört, „dass unser Synodaler Weg in Deutschland Ziele anstreben könnte, die den katholischen Rahmen sprengen“. 

Der Bischof selbst mahnte, „nicht die Änderung des 'Systems' Kirche ist angezeigt, sondern das Anliegen: Wie können wir Jesus Christus und sein Evangelium den Menschen von heute anbieten?“ Es brauche keine andere Kirche, sondern eine geistlich erneuerte Kirche. Das würden sich auch viele Christen wünschen.  DT/dsc

 

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