Katholikenforum fordert andere Familienpolitik

Kaufering (DT/KNA) Das „Forum deutscher Katholiken“ fordert die künftige Bundesregierung zu deutlichen Änderungen in der Familienpolitik auf. Unter anderem wendet sich der Zusammenschluss konservativer Katholiken gegen die „Ehe für alle“ und ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare. Das größte Zukunftsproblem sei die demografische Entwicklung, betonte der Vorsitzende des Forums, Hubert Gindert, am Donnerstagabend im bayerischen Kaufering. Dies könne nicht durch „Roboter, Digitalisierung und ein Einwanderungsgesetz aus der Welt geschafft werden, mit dem wir bestimmen, welche Fachkräfte wir ins Land lassen“. Zudem seien dies oft „Fachkräfte, die wir Ländern wegnehmen, die diese selber dringend brauchen“.

Die Politik habe bisher in mehrfacher Hinsicht die Familienpolitik vernachlässigt, etwa indem sie Leistungen der Familie für die Gesellschaft zu wenig gefördert habe. Außerdem dürfe „Wert und Würde einer Frau nicht vorrangig an ihrer Rolle im Produktionsprozess“ gemessen werden, so das Forum. Darüber hinaus fordert die Vereinigung mehr Anstrengungen gegen Abtreibung und wendet sich gegen Präimplantationsdiagnostik und Leihmutterschaft. Außerdem erklärte Gindert: „Wir erwarten, dass das Bundesverfassungsgericht den Parlamentsbeschluss der ,Ehe für alle‘ korrigiert und eine Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare verbietet.“ Zudem spricht sich das Forum für eine Schulbildung aus, die „nicht durch sogenannte Konzepte der sexuellen Vielfalt das Schamgefühl unserer Kinder verletzt und statt sexueller Verantwortung das Lustprinzip propagiert“. Zur ganzheitlichen Erziehung gehöre daneben auch eine neue Debatte um Nation und Patriotismus als „natürlicher Feind des Nationalismus“, so Gindert weiter: „Menschen, die sich bei uns dauerhaft niederlassen wollen, müssen ein lebendiges Kulturbewusstsein vorfinden, in das sie sich integrieren können.“ Mit Blick auf alte, kranke und behinderte Menschen kritisiert das Forum das vom Bundestag beschlossene Gesetz zum assistierten Suizid. Die neue Bundesregierung müsse die Pflege zu Hause finanziell stärker unterstützen und den Ausbau der Hospizarbeit fördern.

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