Quebec/Vatikanstadt

Kardinal Marc Ouellet werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen

Laut einer Sammelklage soll der ehemalige Erzbischof von Quebec eine jungen Frau unsittlich berührt haben.
Kardinal Marc Ouellet
Foto: Cristian Gennari (KNA) | Kardinal Marc Ouellet sieht sich Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt. Der Vatikan schweigt.

Der Kurienkardinal Marc Ouellet ist einer von 88 Geistlichen und Mitarbeitern der kanadischen Erzdiözese Quebec, gegen die eine Sammelklage wegen sexueller Übergriffe erhoben wurde. Der 79-Jährige, der als möglicher Nachfolger von Papst Franziskus galt, soll zwischen 2008 und 2010 eine Praktikantin wiederholt unsittlich berührt haben. Das berichten unterschiedliche kanadische Medien. Die meisten der mutmaßlichen Taten sollen in den 1950er und 60er Jahren stattgefunden haben, heißt es in den Unterlagen zur Sammelklage.

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Die Betroffene wandte sich an einen Priester der Diözese

Der Kardinal soll der damaligen Praktikantin für den Bereich Seelsorge gesagt haben, dass er sie auch auf die Wange küssen könne, da es nicht schade sei, sich selbst ein wenig zu belohnen. „Das war mir sehr unangenehm, vor allem das Wort 'belohnen'.Als ob ich seine Belohnung wäre", sagte sie. Die junge Frau vertraute sich einem Priester der Erzdiözese an, der ihr glaubte. Mehrere Medien berichten, dass die Frau aus ihrem Umfeld, dem sie sich anvertraut habe, die Auskunft bekommen habe, sie sei kein Einzelfall.

Der Kardinal sei „warmherzig“ und sie habe nicht als einzige Probleme mit ihm.

Der Vatikan schweigt bisher

2010 wurde Quellet nach Rom berufen und zum Präfekten der Bischofskongregation ernannt. Die Beschwerde gegen den Kurienkardinal wurde im Jahr 2021 direkt beim Vatikan eingereicht. Ergebnisse der Untersuchung des Falls gibt es bisher keine. DT/esu

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