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Bätzing fordert Suizidprävention

Angesichts der bevorstehenden Neuregelung der Suizidassistenz hat der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz vor Druck auf Pflegebedürftige gewarnt.
Georg Bätzing St. Michaelsempfang
Foto: Deutsche Bischofskonferenz/Kopp | Georg Bätzing auf dem St.-Michaels-Empfang des katholischen Büros in Berlin.

Georg Bätzing hat den Schutz von Patienten und Pflegebedürftigen vor dem Angebot von Suizidassistenz gefordert. Bei der aufgrund eines Urteil des Bundesverfassungsgerichtes anstehenden gesetzlichen Neuregelung der Suizidassistenz müsse der Förderung der Suizidprävention eine Schlüsselstellung zukommen. Dies sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz (DBK) am Mittwoch auf dem traditionellen St.-Michaels-Empfang des Katholischen Büros in Berlin. Wie Bätzing ausführte, sei es „fatal, wenn im Umfeld von Personen in vulnerablen Lebenssituationen eine mehr oder weniger subtile Beeinflussung in Richtung einer Suizidentscheidung entstünde.“ Deshalb sei es der Kirche wichtig, „dass hier der freie Wille – soweit irgend möglich – vor Vereinnahmungen geschützt wird“. Der Gesetzgeber müsse dafür sorgen, dass Bewohner von Pflege- und Betreuungseinrichtungen nicht mit der Frage nach einer möglichen Annahme von Suizidassistenz konfrontiert würden.

In seiner Rede, die er unter das Motto „Und doch: hoffen“ gestellt hatte, ermutigte Bätzing die Gäste zu einem zuversichtlichen Angehen der aktuellen kirchlichen und politischen Aufgaben; explizit nannte der DBK-Vorsitzende den Synodalen Weg sowie die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Ukrainekrieges. Mit Blick auf die zunehmende Migration sagte Bätzing, eine Bagatellisierung der aufkommenden Besorgnisse der Einheimischen wäre zwar falsch, ein „Einknicken vor dem rechten Rand“ jedoch würde die Schwierigkeiten nur vergrößern.

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Bekenntnis zu Waffenlieferungen

Bei der Veranstaltung bekannte sich Bätzing zudem mit Blick auf den Ukrainekrieg zu Waffenlieferungen. So sagte der Limburger Bischof, dass die Kirche zwar für Gewaltfreiheit einstehe, und sich daher mit der Lieferung todbringender Waffen an eine Kriegspartei schwertue. Johannes Paul II. zitierte Bätzing mit den Worten: „Krieg ist immer eine Niederlage der Menschheit“. Es gebe aber ein natürliches Recht auf Selbstverteidigung, deren Ermöglichung auch durch andere Länder legitim sei. Dies sei seit jeher Teil der katholischen Friedenslehre.

Angesichts all dieser herausfordernder Problemlagen sei die christliche Perspektive eine des Gottvertrauens. Wörtlich sagte Bätzing: „Er ist der Herr der Geschichte, der gegenüber der Welt – mit all ihrem Unrecht, mit all ihrer menschlichen Anmaßung, mit all ihrer ungerechten Gewalt und all ihren utopischen Versuchungen – das letzte Wort hat.“

Der jährlich stattfindende Empfang dient der Kontaktpflege der katholischen Kirche mit Verantwortungsträgern aus Politik und Gesellschaft. Traditionell sind zahlreiche hochrangige Vertreter des politischen Berlins unter den Gästen,im Vorjahr war auch die damalige Kanzlerin Angela Merkel gekommen. DT/jra

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