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Amoris laetitia: Papst reagiert auf Schreiben von Lissabons Kardinal

Der Patriarch von Lissabon sorgte im Februar mit einer Betrachtung zum päpstlichen Schreiben "Amoris laetitia" landesweit für Aufsehen. Nun hat Papst Franziskus dem Patriarchen für seine "tiefgründigen Überlegungen" gedankt.
Bishops are seen in attendance as Pope Francis leads the mass for a canonization in Saint Peter's Square at the Vatican
Foto: © Alessandro Bianchi / Reuters (X90015) | Clementes Schreiben löste in Portugal teils heftige Empörung aus. Die Scheidungsrate von statistisch rund 70 Prozent der Ehen gilt als die höchste in Europa.

Papst Franziskus hat mit einem Brief auf ein kontroverses Schreiben des Lissabonner Patriarchen Manuel Clemente zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen reagiert. Die "tiefgründigen Überlegungen" Clementes hätten ihn "mit Freude erfüllt", heißt es in dem Brief des Papstes an den portugiesischen Kardinal. Dessen Worte zeugten vom "Bemühen des Hirten" bei der Begleitung der Gläubigen. Franziskus ermutigte Clemente, betroffenen Eheleuten weiter mit "Weisheit und Geduld" beizustehen.

Der Patriarch von Lissabon hatte im Februar mit einer Betrachtung zum päpstlichen Schreiben "Amoris laetitia" zu Ehe und Familie landesweit für Aufsehen gesorgt. Darin kam er zu dem Schluss, dass zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene, deren vorige Ehe nicht kirchlich annulliert sei, "in Ausnahmefällen" zur Kommunion zugelassen werden könnten. Allerdings solle einem Paar in einer "irregulären" Situation auch die Möglichkeit nahegelegt werden, "in Enthaltsamkeit zu leben".

Clementes Schreiben löste in Portugal teils heftige Empörung aus. Die Scheidungsrate von statistisch rund 70 Prozent der Ehen gilt als die höchste in Europa.

DT/KNA

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