Zur Aufklärung beigetragen

Aachener Bischof schreibt an Gemeinden – Meisner lobt Medien

Köln (DT/KNA) Gegen 24 Priester des Bistums Aachen hat es seit 1945 Verdachtsfälle wegen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen gegeben. Das geht aus einem Schreiben von Bischof Heinrich Mussinghoff hervor, das am Freitag in Aachen veröffentlicht wurde. Acht der Priester leben noch. Die Beschuldigungen gegen drei der 24 Priester beträfen den Zeitraum von 1990 bis heute, hieß es. Der Brief Mussingshoffs mit der aktuellen Übersicht wurde am Wochenende in allen Gemeinden der Diözese verlesen. Durch die Justiz sind nach Bistumsangaben sieben der 24 Priester strafrechtlich verurteilt worden. Bei einem weiteren Geistlichen sei das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Ein Missbrauchsfall habe nicht geahndet werden können, da keine Anzeige erstattet worden sei. Nach kirchlichem Recht sind laut Bistum in den drei Fällen seit 1990 die Priester von ihren Ämtern enthoben worden. Damit seien sie vom priesterlichen Dienst suspendiert. Die kirchenrechtlichen Verfahren hätten in einem Fall zur Entlassung aus dem Klerikerstand geführt. Damit hat es im Bistum Aachen mehr Fälle sexuellen Missbrauchs durch Geistliche gegeben, als bis zur Aufklärungsoffensive der Kirche bekannt war. Die Not der Opfer stehe ihm vor Augen, erklärte der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff. Soweit es in seiner Möglichkeit stehe, wolle er dazu beitragen, Vertrauen und Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. Auch werde es präventive Maßnahmen geben, die verhindern helfen, „dass sich im kirchlichen Kontext Erwachsene an Kindern und Jugendlichen vergehen und ihr Leben zerstören.“

Unterdessen würdigte der Kölner Kardinal Joachim Meisner die Berichte zahlreicher Medien über kirchliche Missbrauchsskandale. Er sei „dankbar, dass Medien viel zur Aufklärung beigetragen“ hätten, sagte Meisner. Zwar habe es auch „Missbrauch mit dem Missbrauch“ gegeben. Insgesamt aber danke er den Journalisten für ihre Beiträge zum Thema Missbrauch.

Themen & Autoren

Kirche