Zeugen in Süddeutschland

Zum Gedenktag des heiligen Wikterp von Augsburg und der seligen Herluka von Bernried am 18. April. Von Katrin Krips-Schmidt

Gut 300 Jahre in der Zeit trennen die beiden Heiligen voneinander, denen die katholische Kirche bis zum heutigen Tag ein würdiges Andenken bewahrt, und deren Fäden ihres irdischen Daseins in Epfach zusammenlaufen. Heute ist Epfach ein Ortsteil der Gemeinde Denklingen im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech. Zur Zeit der Römer siedelten ab 14 vor Christus vierhundert Jahre lang römische Soldaten und Zivilisten an diesem Ort und bauten ihn zu dem damals bedeutendsten Verkehrsknotenpunkt im südlichen Bayern aus. Um 700 wurde hier der heilige Wikterp geboren; man kennt ihn auch unter dem Namen Wigbert oder Wiggo. Er ist der erste Bischof von Augsburg, der als historisch gesichert gilt. Papst Gregor erwähnte ihn erstmals um 738 in einem Schreiben an die Bischöfe in Alemannien und Bayern.

Wikterp hielt sich zumeist in seiner Geburtsstadt auf, in der er nach seinem Tod am 18. April 771 (das Datum ist nicht ganz sicher) zunächst beigesetzt wurde. Seine letzte Ruhestätte fand er jedoch in der Augsburger Basilika St. Ulrich und St. Afra, wohin seine Gebeine 1489 feierlich überführt wurden. Besonders verdient gemacht hat sich Wikterp als Verkünder des Evangeliums im Allgäu, als es im achten Jahrhundert unter der Bevölkerung noch viele Anhänger des Arianismus gab. Er unterstützte die Glaubensboten Magnus und Tozzo bei ihrer Missionstätigkeit, weihte die Kirche St. Mang in Füssen und zählt zu den Mitgründern der Städte Kempten, Wessobrunn und Ellwangen.

Wikterp wird oft gemeinsam mit der seligen Herluka von Bernried abgebildet, die um 1060 bei Stuttgart geboren wurde und ab 1086 36 Jahre in Epfach verbrachte. Es heißt von ihr, sie habe ihre seelischen und körperlichen Leiden in einem Leben des kontemplativen Gebetes und der Nächstenliebe aufgeopfert. Während dieser Zeit erschien ihr der heilige Wikterp in einer Vision; seitdem gab sie sich der Verbreitung seines Kultes hin. Außerdem unterhielt sie Kontakte zu Geistlichen im Süden Deutschlands sowie einen Briefwechsel mit der Benediktinerin Diemut von Wessobrunn, die als Klausnerin in der Nähe des Klosters Wessobrunn lebte. Von 1122 bis zu ihrem Tod am 18. April 1127 lebte Herluka als Reklusin in Bernried am Starnberger See.

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