Würzburg: Kommission soll Vorwürfe klären

Würzburg (DT/KNA) Eine externe Kommission soll Vorwürfe gegen das Würzburger Priesterseminar prüfen. Das teilte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann am Freitag mit. Die zuständigen Bischöfe in Würzburg und der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick wollen nach einem Bericht der Kommission gegebenenfalls Konsequenzen ziehen. Am Mittwoch waren Anschuldigungen laut geworden, im Priesterseminar habe es antisemitische und rechtsradikale Entgleisungen gegeben. „Schon jetzt lässt sich allerdings sagen, dass Pauschalvorwürfe gegen das Priesterseminar abwegig sind“, sagte Hofmann. Die Erklärungen vom Leiter, Regens Herbert Baumann, und von Generalvikar Karl Hillenbrand belegten, „dass die Kriterien der Priesterausbildung konsequent angewendet werden und den Vorwürfen ernsthaft nachgegangen wird“. Am Donnerstag hat es Hofmann zufolge ein „weiteres klärendes Gespräch“ gegeben. Dabei sei eingeräumt worden, dass bei einem Zusammentreffen von drei Studenten ein Judenwitz erzählt worden sei. „Dies ist nicht entschuldbar.“ Ebenso sei es richtig, dass ein Seminarist das Konzert der Band „Frei.Wild“ am 20. April besucht habe, „ohne die Hausleitung über die Problematik dieser Gruppe unterrichtet zu haben“. Den Musikern wird vorgeworfen, rechtsradikales Gedankengut zu verbreiten. Sie selbst bestreiten das. Dagegen erklärten die Studenten bei dem Treffen im Bischofshaus, „dass es keine Feier im Keller des Priesterseminars am 20. April gegeben habe, die im Zusammenhang mit dem Hitler-Geburtstag gestanden hätte“. Außerdem ließen sich Beschuldigungen gegenüber einer katholischen Studentenverbindung, dass dort nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet worden wäre, „nicht verifizieren“. Der Leiter des Priesterseminars, Regens Herbert Baumann, hatte bereits die Judenwitze und den Konzertbesuch in einem Brief Anfang der Woche eingeräumt. Der Leiter hatte zudem in dem Brief angekündigt, dass die Studenten zusammen mit ihm eine Selbstverpflichtung gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus formulieren sollten.

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