Woelki: Bedingungen für ein Ja zum Kind schaffen

Berliner Kardinal wirbt für die gesellschaftliche Aufwertung der Familie
Foto: dpa | Kardinal Rainer Maria Woelki.
Foto: dpa | Kardinal Rainer Maria Woelki.

Berlin (DT/KNA) Kardinal Rainer Maria Woelki hat für eine gesellschaftliche Aufwertung der Familie geworben. Es müssten wieder Bedingungen geschaffen werden, „die ein Ja zum Kind ermöglichen“, sagte der Berliner Erzbischof am Mittwoch beim Kardinal-Höffner-Kreis, einem Zusammenschluss katholischer Unions-Abgeordneter, in Berlin. Die Familie dürfe nicht nur unter dem Blickwinkel der Wirtschaft gesehen werden, mahnte der Kardinal. Familie sei der beste Ort, wo Kinder aufwachsen könnten. Kindertagesstätten hätten einen eher unterstützenden Charakter. Der demographische Wandel stelle auch die Kirche vor enorme Herausforderungen, so der Erzbischof. Gerade in den ländlichen Gebieten seiner Erzdiözese verschwänden Gemeinden. Dadurch werde die Caritas als Zeichen kirchlicher Präsenz immer wichtiger. Allerdings stelle sich auch hier die Frage, wie das besondere christliche Profil der Caritas erhalten bleiben könne. Trotz des Priestermangels und rückläufigen Kirchenbesuchs bleibe die „sonntägliche Eucharistiefeier konstitutiv und ohne Alternative“, betonte der Kardinal. Die Kirche werde in Zukunft mehr aus der Communio-Idee leben. Dabei werde die Verantwortung stärker auf alle Glieder der Kirche übertragen. Dies bedeute aber keine Beliebigkeit. Der Priester behalte sein Amt im „Heiligungsdienst“. Der Kardinal dankte bei dem Treffen im Bundestag Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) für dessen Engagement für verfolgte Christen. Kauder warnte seinerseits vor einem Rückzug der Religion aus dem öffentlichen Leben. Gerade in einer pluralen Gesellschaft seien die Mitglieder der Kirchen aufgerufen, „selbstbewusst christliche Positionen“ zu vertreten. Die Integration anderer Kulturen und Religionen dürfe nicht zu einer weiteren Säkularisierung führen. Der Kardinal-Höffner-Kreis wurde 1993 gegründet. Er versteht sich als Forum engagierter Christen an der Nahtstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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