Der heilige Eustathios von Antiochia - Der Wochenheilige am 21. Februar

Der heilige Eustathios von Antiochia. Von Claudia Kock

Heilige Eustathios von Antiochia

Für die Wahrheit scheute er auch Konflikte nicht: der heilige Eustathios, von dessen reichhaltigem theologischen Werk nur noch eine Streitschrift gegen Origenes vollständig erhalten ist. Trotzdem nimmt Eustathios aufgrund seiner Rolle im Konzil von Nizäa im Jahr 325 einen bedeutenden Platz unter den Kirchenvätern ein.

Eustathios wurde gegen Ende des dritten Jahrhunderts in Side in Pamphylien – heute an der Türkischen Riviera – geboren. Dass aus seinem Leben nur wenige Einzelheiten bekannt sind, hat einen kirchenpolitischen Grund: Nach dem Konzil von Nizäa überwarf er sich mit Eusebius von Cäsarea, der ihn daraufhin in seiner „Kirchengeschichte“, einer der heute wichtigsten Quellen zum Leben der frühen Kirchenväter, vollkommen unerwähnt ließ. Dass die Erinnerung an ihn trotzdem wachgehalten wurde, ist dem Einfluss von Eustathios‘ Schriften auf andere Kirchenväter wie Hieronymus, Athanasius, Theodoret und Papst Gelasius I. zu verdanken.

Im Jahr 324 wurde Eustathios zum Patriarchen von Antiochia in Syrien gewählt. Es waren die Jahre der christologischen Kontroverse, die von dem alexandrinischen Priester Arius ausging. Dieser lehrte, dass innerhalb der Trinität der Sohn dem Vater untergeordnet sei und nicht dasselbe göttliche Wesen wie dieser besäße. Nachdem eine Synode im Jahr 318 Arius exkommuniziert hatte, musste dieser Alexandria verlassen und fand Zuflucht in Palästina beim Bischof Eusebius von Cäserea. Auf der Suche nach Unterstützung für seine Lehre wandte Arius sich dann an den Bischof von Antiochia, nach Rom und Alexandria damals der wichtigste Bischofssitz. Dort stießen seine Ideen jedoch auf wenig Gegenliebe: Arius wurde durch eine Synode in Antiochia im Jahr 324 erneut verurteilt; dieselbe Synode, unter dem Vorsitz des Bischofs Ossius von Cordoba, wählte den Anti-Arianer Eustathios zum neuen Bischof der Stadt.

Im folgenden Jahr fand das Ökumenische Konzil von Nizäa statt, auf dem Arius und seine Anhänger endgültig verurteilt wurden. Christus wurde als wesensgleich („homoousios“) mit dem Vater anerkannt. Neben den Patriarchen Alexander von Alexandria und Makarius von Jerusalem gehörte Eustathios von Antiochia zu den großen Verfechtern dieser Linie, die den weiteren Weg der Kirche geprägt hat.

Auch Eusebius von Cäsarea hatte an diesem Konzil teilgenommen. Er war kein Verfechter der „harten“ arianischen Linie, sondern vertrat eine Mittelposition, die am Denken des Theologen Origenes orientiert war. In dem Versuch, nach dem Konzil die Wogen zu glätten und eine Kompromisslösung zu finden – auch da das Kaiserhaus dem verurteilten Arianismus nahestand –, wurde in Antiochia eine weitere Synode unter Vorsitz von Eusebius abgehalten. Auf dieser geriet Eustathios ins Visier seiner theologischen Gegner und wurde als Bischof abgesetzt. Ob die Vorwürfe gegen ihn disziplinärer – wie unmoralisches Verhalten oder Machtmissbrauch – oder theologischer Natur waren, ist nicht geklärt. Sicher dürfte dagegen sein, wie der Patrologe Hubertus Drobner vermutet, dass das wahre Motiv für seine Absetzung in seiner festen nizänischen Überzeugung zu suchen ist, die ihn jegliche vom Kaiser gewünschte Kompromisslösung ablehnen ließ. Als es zwischen den Anhängern und den Gegnern von Eustathios zu Unruhen kam, bestätigte Kaiser Konstantin noch einmal dessen Absetzung und verbannte ihn nach Trajanopolis in Thrakien, wo Eustathios noch einige Jahre lebte und weitere Schriften gegen die Arianer verfasste. Als der nizänische Glaube schließlich endgültig die Oberhand gewann, wurde auch der im Exil verstorbene Eustathios rehabilitiert. Im Jahr 482 wurden seine Reliquien feierlich nach Antiochia überführt.