Der Wochenheilige am 04. März: Der selige Zoltán Lajos Meszlényi

Zahlreiche Priester haben im "Collegium Hungaricum" in Rom ihre Ausbildung erhalten. Nicht wenige von ihnen starben den Märtyrertod - einer von ihnen der selige Zoltán Lajos Meszlényi. Von Claudia Kock

Der selige Zoltán Lajos Meszlényi - Der Wochenheilige am 04. März

1552 eröffnete der heilige Ignatius von Loyola mit dem Segen von Papst Julius III. das „Collegium Germanicum“ in Rom, zur Ausbildung von Weltgeistlichen aus dem deutschsprachigen Raum, um die Wiederherstellung der Einheit der durch die Reformation gespaltenen Kirche zu fördern. 1580 wurde es von Papst Gregor XIII. mit dem „Collegium Hungaricum“ zusammengelegt. Seitdem haben zahlreiche Priester aus vielen Nationen dort ihre Ausbildung erhalten. Nicht wenige von ihnen starben in ihrem späteren priesterlichen Leben den Märtyrertod.

Einer von ihnen war der selige Zoltán Lajos Meszlényi, dessen Gedenktag die Kirche am 4. März feiert. Im „Collegium Germanicum et Hungaricum“ hat er, ebenso wie die anderen Märtyrer und Heiligen, die aus dem Kolleg hervorgegangen sind, eine Eigenfeier.

Zoltán Lajos Meszlényi wurde am 2. Januar 1892 in Hatvan bei Budapest geboren, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Er war das zweite von fünf Kindern einer fest im katholischen Glauben verankerten Familie. Sein Vater war Lehrer an einer katholischen Schule und wurde später Schulleiter in Budapest. Bereits als Jugendlicher trat Meszlényi in das örtliche Priesterseminar ein und wurde mit siebzehn Jahren nach Rom geschickt, um am „Collegium Germanicum et Hungaricum“ ausgebildet zu werden. Bis 1915 studierte er an der „Gregoriana“ Philosophie und Theologie und spezialisierte sich schließlich auf das Kirchenrecht. Der junge Mann war äußerst begabt und sprach neben seiner ungarischen Muttersprache sehr gut Latein – damals die Studiensprache an der „Gregoriana“ –, Italienisch, Deutsch, Englisch und Französisch. Daneben lernte er noch Altgriechisch, Spanisch und Slowakisch.

Am 28. Oktober 1915, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde Meszlényi in Innsbruck zum Priester geweiht. Anschließend trat er eine Pfarrstelle in Esztergom, dem Sitz des Primas von Ungarn, an. Die Kathedrale der nordungarischen Stadt, die durch die Donau von der Slowakei getrennt wird, wurde bereits um das Jahr tausend vom heiligen König Stephan I. gegründet und ist die älteste des Landes. Hier erfüllte Meszlényi sein Pfarramt in einer schweren Zeit, die von Kriegsnot, dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie im Jahr 1918, dem – gescheiterten – Versuch zur Errichtung einer kommunistischen Räterepublik und dem Verlust von etwa siebzig Prozent des ungarischen Staatsgebiets sowie im Versailler Vertrag festgelegte Reparationszahlungen an die Siegermächte geprägt waren.

In der Folgezeit band sich Ungarn politisch und wirtschaftlich eng an das Deutsche Reich. Auch als dort die Nationalsozialisten die Macht übernahmen, setzte Ungarn diese Politik fort. 1938 konnte es einige abgetrennte Landesteile mit überwiegend ungarischer Bevölkerung von anderen Staaten diplomatisch zurückerobern.

In dieser politisch brisanten Gemengelage wurde Meszlényi am 28. Oktober 1937 zum Weihbischof von Esztergom geweiht. Gemäß seinem Bischofsmotto „fidenter ac fideliter“ – mit Vertrauen und Glauben – verwaltete er die Belange der Erzdiözese mit großer Umsicht. Als der amtierende Erzbischof Jozsef Mindszenty aufgrund seiner unbeirrbaren Ablehnung des aufstrebenden kommunistischen Regimes zu Weihnachten 1948 inhaftiert wurde, übernahm ein Generalvikar dessen Aufgaben. 1950 wurde diesem von staatlicher Seite ein Amtsverbot erteilt. Als Meszlényi zu seinem Nachfolger gewählt wurde, nahm dieser die Wahl in dem Bewusstsein an, dass dies seine eigene Verschleppung nach sich ziehen könnte.

In der Tat wurde er bereits zwölf Tage später, am 12. Juni 1950, verhaftet und nach Kistarcsa gebracht, wo der ungarische Staatsschutz ein Internierungslager betrieb. Hier wurde er in Isolationshaft gehalten, aus der keine Nachrichten nach draußen drangen. Am 4. März 1951 erlag er den harten Haftbedingungen unter nicht näher bekannten Umständen in einem „stillen Martyrium“. Unter Papst Benedikt XVI. wurde er am 31. Oktober 2009 in Esztergom seliggesprochen.