Der Wochenheilige am 03. Februar: Ansgar von Hamburg

Der heilige Ansgar von Hamburg. Von Claudia Kock

03. Februar: Der Wochenheilige Der heilige Ansgar von Hamburg

Das Stadtwappen von Hamburg zeigt eine weiße Burg auf rotem Schild, aus der drei Türme hervorragen. Auf dem mittleren Turm befindet sich ein Kreuz, daneben zwei Sterne. Der Turm gilt als stilisierte Darstellung des 811 von Karl dem Großen errichteten Alten Mariendoms, die beiden Sterne als Mariensterne. Der Alte Mariendom – er wurde 1805 abgerissen – war die älteste Missionskirche für Norddeutschland und Skandinavien und Bischofssitz des heiligen Ansgar, des „Apostels des Nordens“, dessen Gedenktag die Kirche am 3. Februar feiert.

Ansgar wurde 801 in Frankreich geboren und bereits mit fünf Jahren den Benediktinern des nordfranzösischen Klosters Corbie zur Erziehung anvertraut. Er wurde dort Mönch und Lehrer. Im Jahr 823 wurde er als Leiter der Klosterschule in das neu gegründete Kloster Corvey in Westfalen gesandt. Von hier aus fanden die ersten Missionierungsversuche im Norden bis hin nach Skandinavien statt.

Vor seinem Aufbruch aus Corbie hatte Ansgar eine Vision, die sein Schüler Rimbert mit Ansgars eigenen Worten schilderte. Er sagte, er wurde „in die Gegenwart eines unendlichen Lichts geführt, wo die Majestät des allmächtigen Gottes mir offenbart wurde“. Dort hörte er „eine süße Stimme, die deutlicher war als jeder andere Klang, und die die ganze Welt zu erfüllen schien. Sie kam von der göttlichen Majestät und sagte zu mir: ,Geh hin und kehre zu mir zurück mit der Krone des Martyriums.‘ Beim Klang dieser Stimme verstummte der ganze Chor der Heiligen, die Gott lobten, und beteten ihn an mit gesenktem Haupt.“ Aufgrund dieser Vision war Ansgar überzeugt, eines Tages als Märtyrer zu sterben, und bereit, in schwierige Missionsgebiete aufzubrechen. Im Auftrag Ludwigs des Frommen – des Sohns Karls des Großen – unternahm er Missionsreisen nach Dänemark und Schweden; im Jahr 831 wurde er als Bischof in Hamburg eingesetzt, wo Karl der Große die „Hammaburg“ mit der ersten Taufkirche des Nordens hatte errichten lassen. Kurz nach seiner Bischofsweihe unternahm Ansgar eine Pilgerreise nach Rom, wo Papst Gregor IV. ihn zum päpstlichen Legaten für Skandinavien ernannte.

845 kam es zu einem Wikingereinfall auf der Hammaburg. Der Mariendom wurde zerstört, und Ansgar floh in das nahegelegene Bremen, wohin sein Bischofssitz verlegt wurde. Von hier aus unternahm er weitere sehr erfolgreiche Missionsreisen nach Skandinavien. Der schwedische König Olaf erlaubte seinem Volk die Annahme des Christentums, und der dänische Wikingerfürst Horik II. knüpfte freundschaftliche Beziehungen zum Papst in Rom. Ob er selbst sich taufen ließ, ist in der Geschichtsforschung umstritten.

Ansgar starb am 3. Februar 865 in Bremen an einer schweren Krankheit.

Auch wenn sich so die Aussicht auf das Martyrium, die ihn zeitlebens getragen hatte, scheinbar nicht erfüllte, so betont Rimbert dennoch, dass Ansgars ganzes Leben ein Martyrium gewesen ist, denn „es gibt zwei Arten von Martyrium: Die eine vollzieht sich, wenn die Kirche im Frieden lebt, und sie ist unsichtbar; die andere vollzieht sich in einer Zeit der Verfolgung und ist sichtbar für alle. Er wünschte sich beide Arten des Martyriums, aber er erlangte nur eine.“

Das offizielle „Grab“ des heiligen Ansgar für das Erzbistum Hamburg befindet sich in der katholischen Kirche „Sankt Ansgar und Sankt Bernhard“, im Volksmund der „Kleine Michel“ genannt, in der Hamburger Innenstadt: In einem gläsernen Schrein unter dem Hauptaltar ruht eine Unterarmreliquie des Heiligen, die 1865 vom Bischof von Osnabrück für Hamburg gestiftet wurde.

An jedem zweiten Montag versammelt sich hier eine Gruppe von Laien, die der benediktinischen Spiritualität folgen, zum feierlichen Vespergebet am Grab des „Apostels des Nordens“. Eine weitere Ansgar-Reliquie befindet sich in einer südlichen Seitenkapelle des Neuen Mariendoms im Hamburger Stadtteil St. Georg, der 1893 fertiggestellt und 1995 zur Kathedrale des neugegründeten Erzbistums Hamburg erhoben wurde.