9. November: Die selige María Emilia Riquelme y Zayas

Der Verlust ihrer Mutter als Siebenjährige vertiefte ihre Liebe zur Muttergottes: Am Samstag wird María Emilia Riquelme y Zayas seliggesprochen.

María Emilia Riquele y Zaras
María Emilia Riquele y Zaras wird heute von Papst Franziskus seliggesprochen. Foto: IN

Die eucharistische Anbetung führt weltweit Tausende Beter in katholischen Kirchen zusammen. Viele betrachten es als Fügung, dass die andalusische Ordensgründerin María Emilia Riquelme y Zayas (1847–1940) an diesem Samstag in der Kathedrale von Granada seliggesprochen wird. María Emilia widmete ihr Leben der Verehrung der Eucharistie und gründete die Kongregation der Missionarinnen des Heiligsten Sakraments und der Immakulata. In den Konventen der Schwestern, deren Mutterhaus in Granada ist, wird die 24-stündige Anbetung gehalten. Die Gemeinschaft wirkt in Mexiko, Kolumbien, Bolivien, Brasilien und den Vereinigten Staaten sowie auf den Philippinen und in Portugal.

María Emilia kam am 5. August 1847 als Älteste von vier Geschwistern einer gläubigen Familie in Granada zur Welt. Ihr Vater war Berufssoldat und reagierte enttäuscht auf die Geburt eine Tochter. Er hatte sich einen Sohn gewünscht. Die Familie zog aufgrund der Versetzungen des Vaters mehrmals um. Als Siebenjährige verlor María Emilia ihre Mutter. Der Verlust vertiefte ihre Liebe zur Muttergottes. Als Jugendliche besuchte sie regelmäßig die heilige Messe, investierte aber auch viel Zeit in ihre Bildung.

Schon als Zwölfjährige legte sie ein privates Gelübde ab

Schon als Zwölfjährige legte sie ein privates Gelübde ab und versprach, ehelos zu bleiben. Der begabten Tochter einer gutsituierten Familie – der Vater war inzwischen zum General befördert worden – standen viele Türen offen. María Emilia war musisch begabt und vielseitig interessiert. Sie sprach fließend Französisch und konnte singen und Klavier spielen. Die junge Frau erhielt mehrere Heiratsanträge, lehnte jedoch ab, weil sie sich zum Ordensleben berufen fühlte. Ihr Vater mochte sich allerdings nicht von der Ältesten trennen, da Marías jüngere Geschwister früh verstorben waren.

Auf Anraten ihres Beichtvaters schob María Emilia den Ordenseintritt auf. Ihr Beichtvater, der selige Marcelo Rafael José María de los Dolores Hilario Spínola y Maestre (1835–1906) empfahl ihr, die Vinzentinerinnen zu unterstützen und sich um den Vater zu kümmern. In dieser Zeit wurden Vater und Tochter in einen schweren Autounfall verwickelt, bei dem María unverletzt blieb, während sich der Vater schwere Schnittwunden im Gesicht zuzog. María betreute ihn bis zu seinem Tod 1887. Die unermüdliche junge Frau führte ein aktives apostolisches Leben und half Bedürftigen. Sie unterstützte Frauen, um sie von der Prostitution abzuhalten und förderte mit ihrem Privatvermögen die Priesterausbildung. Dank ihrer Hilfe konnte der spätere Erzbischof von Madrid Leopoldo Eijo y Garay studieren.

Eine Zäsur erlebt die junge Gemeinschaft während des Spanischen Bürgerkriegs

Ihr Versuch, nach dem Tod des Vaters in einen Orden aufgenommen zu werden, scheiterte allerdings an ihrer fragilen gesundheitlichen Verfassung. Mit kanonischer Erlaubnis richtete sie in ihrem Haus in Granada eine Kapelle ein und widmete sich der eucharistischen Anbetung sowie caritativen Werken. Mehrere Frauen aus Granada unterstützten sie und trafen bald auch zur eucharistischen Anbetung ein. Aus diesen Anfängen entstand 1896 die erste Niederlassung der Kongregation der Missionarinnen des Heiligsten Sakraments. Papst Pius X. erkannte die Gemeinschaft 1912 an. Die Schwestern übernahmen caritative Tätigkeiten und gründeten Niederlassungen in Spanien: Im Jahr 1900 eröffneten sie ein Haus in Barcelona und begannen, bedürftige Mädchen in Granada zu unterrichten. Eine Zäsur erlebte die junge Gemeinschaft während des Spanischen Bürgerkriegs. Im französischen Exil wartete die hochbetagte Gründerin auf das Ende der Kirchenverfolgung. Unmittelbar nach Kriegsende kehrte sie 1939 nach Andalusien zurück und starb am 10. Dezember 1940 in Granada.

Wer das Apostolat der Schwestern heute kennenlernen will, findet in der Altstadt von Palma de Mallorca ein besonders eindrucksvolles Beispiel für das Charisma der Gemeinschaft. Wenige Meter vom quirligen Treiben der Geschäftsstraßen und Restaurants entfernt bietet das „Centro Eucarístico“ in der Calle Calatrava 12 jederzeit Gelegenheit zu Gebet und Einkehr vor dem Allerheiligsten.