Würzburg

7. August: Der Wochenheilige Papst Sixtus II.

Als Xystus wird er im Römischen Messkanon erwähnt: Am 7. August gedenkt die Kirche des heiligen Papstes Sixtus II., der im dritten Jahrhundert als Märtyrer starb.

7. August: Der Wochenheilige Papst Sixtus II.

Der Römische Messkanon ist das älteste Hochgebet der Kirche. Die in ihm enthaltenen Heiligenlitaneien geben ihm einen besonders feierlichen Charakter und erinnern an die tiefe Verbundenheit aller Gläubigen mit den Aposteln und Märtyrern der frühen Kirche. Unter diesen wird im Kanon ein gewisser „Xystus“ erwähnt. Es ist der heilige Papst Sixtus II., dessen Gedenktag die Kirche am 7. August feiert.

Die überlieferte Namensform „Xystus“ weist auf eine griechische Herkunft dieses Papstes hin, der nur ein Jahr, von August 257 bis August 258, auf dem Stuhl Petri saß. Dass er ein aus Athen stammender Philosoph war, wie das Liber Pontificalis berichtet, ist vermutlich auf eine Verwechslung zurückzuführen.

Befriedung nach dem Ketzertaufstreit

Der Diakon Pontius erwähnte Sixtus II. in seiner Vita des heiligen Cyprian von Karthago, wo er ihn als „guten und friedfertigen Priester“ bezeichnete, was wohl als Gegensatz zu Sixtus' Vorgänger Stephan I. gemeint war. Dieser hatte sich im sogenannten „Ketzertaufstreit“ so rigoros gegen die afrikanischen Bischöfe gestellt, dass zeitweise eine Abspaltung der afrikanischen Kirche von Rom drohte. Dieser Streit schwelte bereits seit einigen Jahrzehnten, nachdem sich in Nordafrika unter dem Einfluss von Tertullian die Auffassung verbreitet hatte, dass von Häretikern gespendete Taufen ungültig seien und wiederholt werden müssten.

Ein eifriger Verfechter dieser Meinung war Cyprian, der Bischof von Karthago, unter dessen Vorsitz einige nordafrikanische Synoden stattfanden, die sich in diesem Sinne äußerten. Besonders zugespitzt hatte sich die Lage nach der großen Christenverfolgung unter Kaiser Decius in den Jahren 250 und 251, in der viele Christen vom Glauben abgefallen waren und die Frage nach der Notwendigkeit einer zweiten Taufe für diese „lapsi“ ebenso im Raum stand wie die Gültigkeit der vorher von diesen gespendeten Taufen. Bei Stephan I. stießen Cyprian und die anderen afrikanischen Bischöfe auf taube Ohren, da dieser die Wiedertaufe energisch ablehnte.

Als Stephan im August 257 starb und Sixtus II. den Stuhl Petri bestieg, änderte dieser zwar die römische Haltung nicht, ließ aber den afrikanischen Bischöfen vorerst freie Hand, in ihren Diözesen so zu handeln wie sie es für richtig hielten, und schob eine endgültige Entscheidung auf. In der Zwischenzeit waren wieder dunkle Wolken über der Kirche aufgezogen: Ein Edikt des Kaisers Valerian erlegte Klerikern unter Androhung des Exils auf, heidnische Opfer zu vollziehen. Außerdem wurden die Katakomben und andere christliche Friedhöfe geschlossen, um Versammlungen und Gottesdienste an den Gräbern zu unterbinden. Ein zweites Edikt verschärfte diese Maßnahmen, indem es an die Stelle des Exils die Todesstrafe setzte. Auch mussten die Christen mit dem Einzug ihres Vermögens von staatlicher Seite rechnen.

Heilige Messe trotz Verbot durch die Römer

Trotz des Verbots begab sich Sixtus am 6. August 258 zusammen mit vier Diakonen zu einer Katakombe an der Via Appia, um dort die Liturgie zu feiern. Sie wurden von den wachhabenden Soldaten entdeckt und festgenommen. Der Papst und drei Diakone wurden sofort enthauptet; der vierte Diakon – der heilige Laurentius – wurde ausgesandt, das kirchliche Vermögen einzuziehen und zu übereignen, und wurde einige Tage später hingerichtet.

Von Sixtus' Martyrium berichtet Cyprian in einem Brief: „Ich teile euch mit, dass Sixtus zusammen mit vier Diakonen am 6. August das Martyrium erlitten hat. Die römischen Autoritäten haben die Vorschrift erhalten, dass jene, die als Christen angezeigt werden, hingerichtet und ihr Vermögen dem Fiskus übereignet werden soll.“ Auch Cyprian selbst überlebte die Verfolgung nicht: Er wurde einen Monat später, am 14. September, in Karthago öffentlich hingerichtet. Zusammen mit Sixtus und Laurentius ist auch sein Name im Römischen Messkanon in die Liturgie der Kirche eingegangen.

Der Taufstreit, der Sixtus und Cyprian im Leben trennte, wurde im Jahr 314 von der Synode von Arles endgültig entschieden: Christus selbst ist es, der tauft. Daher ist jede Taufe gültig, unabhängig von der Rechtgläubigkeit oder dem Lebenswandel dessen, der die Taufe vollzieht.