4. April: Der Wochenheilige Karl Serreqi OFM

Wochenheilige Foto: privat

Am 1. April ist in Australien ein Gesetz in Kraft getreten, das jeden, der von Kindesmissbrauch erfährt, verpflichtet, diesen zur Anzeige zu bringen. Einem Priester, der dies nicht tut, um das Beichtgeheimnis nicht zu verletzen, drohen bis zu zwei Jahren Haft. Papst Franziskus warnte am Samstag ausdrücklich vor einer solchen Entwicklung, indem er sagte: „Das sakramentale Siegel ist unverzichtbar, und keine menschliche Macht hat darüber Jurisdiktionsgewalt oder kann sie beanspruchen.“ Seit dem Übergang von der öffentlichen Buße zur privaten Ohrenbeichte im 3. Jahrhundert gehört das Beichtgeheimnis zur kirchlichen Disziplin. Es wurde 1215 auf dem Vierten Laterankonzil kirchenrechtlich verankert. Im geltenden Codex des Kanonischen Rechts heißt es: „Ein Beichtvater, der das Beichtgeheimnis direkt verletzt, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu“ (Nr. 1388 §1). Viele Priester nahmen im Laufe der Geschichte persönliche Nachteile bis hin zum Martyrium in Kauf, um das sakramentale Siegel, das über der Beichte liegt, nicht zu brechen. Zu ihnen gehört der selige Franziskaner Karl Serreqi, dessen Gedenktag die Kirche am 4. April feiert. Serreqi wurde am 26. Februar 1911 im nordalbanischen Shkodra geboren, wo er eine vom Franziskanerorden geführte Schule besuchte. Er trat dann in den Orden ein, wo er den Namen „Karl“ bekam und zum Theologiestudium ins italienische Brescia gesandt wurde. Seine Priesterweihe fand 1936 statt; am 29. Juni, dem Hochfest Peter und Paul, feierte er seine erste heilige Messe.

In den schweren Kriegs- und Nachkriegsjahren, die in Albanien in die Macht- übernahme durch die Kommunisten einmündeten, diente Pater Serreqi als Pfarrer in Nikaj-Merturi, einem Tal in den Albanischen Alpen, die auch als „Verwunschenes Gebirge“ bezeichnet werden. Sie sind landschaftlich von großer Schönheit, mit Wäldern und Flüssen, umgeben von schneebedeckten Berggipfeln, gehörten aber bis ins 20. Jahrhundert hinein zu den wissenschaftlich und kartographisch kaum erfassten Gebieten, eine der letzten Gegenden in Europa, die noch als „terra incognita“ galten. Die Bewohner dieser Region gehörten überwiegend zwei Stammesverbänden an, den Nikaj und den Merturi, die keine staatliche Gewalt anerkannten und nach eigenem Gewohnheitsrecht, dem sogenannten „Kanun“, lebten, in dem auch die Blutrache verankert war. Zwar hatten sie überwiegend den katholischen Glauben angenommen, waren aber kaum evangelisiert. Aufgabe von Pater Serreqi und seinen Mitbrüdern war es, die volkstümlichen Traditionen der Gegend zu bewahren, die Menschen aber zu einer echten christlichen Glaubenspraxis zu führen.

Gleichzeitig versuchte das religionsfeindliche kommunistische Regime des Diktators Enver Hoxha, die Bergbewohner unter seine Gewalt zu zwingen. Im Oktober 1946 kam es zu einem Zusammenstoß zwischen ihnen und Hoxhas Truppen. Als Militärs Pater Serrequi nach dem Inhalt eines Beichtgesprächs fragten, das dieser mit einem Bergbewohner geführt hatte, verwies der Franziskaner auf das Beichtgeheimnis und schwieg. Daraufhin wurde er am 9. Oktober 1946 inhaftiert, konnte aber in den folgenden Monaten auch unter Folter nicht bewegt werden, das Beichtgeheimnis zu brechen. Am 18. Januar 1947 wurde er zum Tode verurteilt. Da man hoffte, doch noch etwas aus ihm herauszubekommen, wurde das Todesurteil anschließend in lebenslange Haft umgewandelt. Er wurde in das berüchtigte Staatsgefängnis von Burrel eingeliefert, wo viele Regimekritiker einsaßen, oft ohne jeglichen Prozess, und wo Folter an der Tagesordnung war. Pater Serreqi erlag den Haftbedingungen am 4. April 1954. Er gehört zu den 38 Albanischen Märtyrern, die am 5. November 2016 in Shkodra seliggesprochen wurden.