Malta

26. Juli: Der Wochenheilige: Der heilige George Preca 

Der geistliche Vater der lichtreichen Geheimnisse wurde 2007 heilig gesprochen. Er hätte beinahe seine Priesterweihe nicht erlebt.

Georges Preca Foto: IN

„Der Rosenkranz der Jungfrau Maria, der sich allmählich im zweiten Jahrtausend unter dem Wehen des Geistes Gottes entwickelt hat, ist ein durch das Lehramt empfohlenes beliebtes Gebet vieler Heiliger. In seiner Schlichtheit und Tiefe bleibt der Rosenkranz auch in dem soeben begonnenen dritten Jahrtausend ein Gebet von großer Bedeutung und ist dazu bestimmt, Früchte der Heiligkeit hervorzubringen.“ Mit diesen Worten beginnt das Apostolische Schreiben „Rosarium Virginis Mariae“ von Papst Johannes Paul II. zum „Jahr des Rosenkranzes“, das im Oktober 2002 veröffentlicht wurde. Der polnische Papst fügte aus diesem Anlass den drei bestehenden Fünfergruppen der Rosenkranzgeheimnisse – die freudenreichen, die schmerzhaften und die glorreichen Geheimnisse – eine vierte Fünfergruppe hinzu, die als die „lichtreichen Geheimnisse“ bezeichnet werden und in denen bedeutende Momente des öffentlichen Lebens und Wirkens Jesu betrachtet werden. Als geistiger Vater des „lichtreichen Rosenkranzes“ gilt der maltesische Priester George Preca, der 2007 heiliggesprochen wurde. Sein Gedenktag ist der 26. Juli. 

Katechismus- Unterricht vertiefen

George Preca wurde am 12. Februar 1880 auf Malta geboren und wuchs in Hamrun unweit der Hauptstadt Valletta auf. Nach der Schulzeit trat er in das Priesterseminar von Malta ein, wo ihm besonders ein Umstand ins Auge fiel: Obwohl die Bevölkerung sehr katholisch war und die Kirchen gefüllt waren, basierte ihre Religiosität vor allem auf Tradition und Volksfrömmigkeit, ohne ein fundiertes Glaubenswissen. Preca wollte den Katechismus-Unterricht mit Hilfe engagierter Laien vertiefen. So hielt er schon als Diakon Glaubensvorträge für junge Männer, um diese für die Evangelisierung zu begeistern. 

Am 22. Dezember 1906 wurde George Preca nach einer schweren Krankheit, die er beinahe nicht überlebt hätte, zum Priester geweiht. 

Die Gemeinschaft wächst

Die gesamte Weihnachtszeit verbrachte er in Meditation und Betrachtung und verließ das Haus nur, um die Messe zu feiern. Am 2. Februar 1907 versammelte er die jungen Männer erneut zu einem Glaubensvortrag, und einen Monat später, am 7. März, gründete er mit ihnen die „Societas Doctrinae Christianae“: junge Laien, die ihren Glauben bewusst leben und andere im katholischen Glauben unterweisen. Drei Jahre später entstand auch ein weiblicher Zweig. 

In den folgenden Jahren bildete sich das Leben der Gemeinschaft immer klarer heraus: Es sollten zölibatär lebende Laien sein – nach einem Versuch entschied George Preca sich gegen die Aufnahme von Ehepaaren –, die ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen, ein einfaches Leben führen, täglich regelmäßig kurze Gebete sprechen und jeden Tag eine Stunde der Katechese für Kinder und Erwachsene widmen und sich ständig im Glauben weiterbilden. Nach einigen Rückschlägen und Umstrukturierungen wurde die „Societas Doctrinae Christianae“ am 12. März 1932 kanonisch approbiert. So wurde George Preca durch seine Initiative zum Vorkämpfer für das später durch das Zweite Vatikanische Konzil geförderte Laienapostolat. 

Von großer geistlicher Tiefe

George Preca war ein Priester von großer geistlicher Tiefe und pastoraler Fürsorge. Er hatte eine große Liebe zum Wort Gottes und zur Menschwerdung Jesu. Da Weihnachtskrippen im 20. Jahrhundert als altmodisch empfunden wurden, rief er eine Tradition ins Leben, die bis heute das Weihnachtsfest auf Malta prägt: An jedem Heiligen Abend wird in Lichterprozessionen ein lebensgroßes „Jesuskind“ durch die Straßen getragen. Preca pflegte besonders die Verehrung der Gottesmutter. 1957 verfasste er den ersten „lichtreichen Rosenkranz“ für den privaten Gebrauch, ein halbes Jahrhundert, bevor er offiziell in das Gebet der Kirche integriert wurde. 

George Preca starb nach einem erfüllten priesterlichen Leben am 26. Juli 1962 in seinem Pfarrhaus in Santa Venera auf Malta und wurde in der Krypta der Kirche der von ihm gegründeten Laiengemeinschaft beigesetzt. Die „Societas Doctrinae Christianae“, deren Mitglieder sich bis heute zu einem zölibatären Leben für das Reich Gottes verpflichten, ist noch immer in fast jeder Pfarrei auf Malta im katechetischen Dienst tätig. Außerdem gibt es sie in Australien, Albanien, England, Kenia, Peru, Polen und auf Kuba. 

 

 

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