20. März: Die Wochenheilige María Josefa del Corazón

20. März: Die Wochenheilige Die heilige María Josefa del Corazón de Jesús

Die „Siervas de Jesús“ (deutsch: Dienerinnen Jesu) sind ein karitativ tätiger Schwesternorden, der vor allem in Lateinamerika und auf den Philippinen stark vertreten ist und Einrichtungen auch in Spanien, Italien, Frankreich und Portugal hat. Der Orden führt Krankenhäuser, Seniorenheime, Kindergärten, Armenküchen, Tagesstätten für alte und behinderte Menschen, Zentren für Aids-Kranke sowie andere karitative Einrichtungen, in denen die Ordensschwestern tätig sind, im Geist ihrer Gründerin, der heiligen María Josefa del Corazón de Jesus, die schrieb: „Glaubt nicht, Schwestern, dass Pflege nur darin besteht, den Kranken mit Medizin und Essen zu versorgen. Es gibt noch eine andere Art von Pflege, die man nie vergessen darf: Die Pflege des Herzens, das sich dem leidenden Menschen anpasst, warmes Mitgefühl mit ihm entwickelt und ihm in seinen Bedürfnissen entgegenkommt.“

Die Gründerin der „Siervas de Jesús“ wurde von Papst Johannes Paul II. 1992 selig- und im Jahr 2000 heiliggesprochen. Ihr Gedenktag ist der 20. März.

María Josefa Sancho de Guerra erblickte am 7. September 1842 in der spanischen Stadt Vitoria, heute Hauptstadt der Autonomen Region Baskenland, das Licht der Welt. Später sagte sie immer wieder: „Ich bin mit der Ordensberufung geboren.“ Tatsächlich war sie von Jugend an auf das Ordensleben ausgerichtet, auch wenn sie einige Rückschläge erlitt, bevor sie mit nur 29 Jahren die „Siervas de Jesus“ gründete. Ihre Eltern, der Stuhlflechter Bernabé Sancho und seine Ehefrau, ließen sie am Tag nach der Geburt taufen und, den Gepflogenheiten der Zeit entsprechend, mit knapp zwei Jahren firmen. Bereits mit zehn Jahren empfing sie die Erstkommunion, auf die ihre Mutter sie nach dem frühen Tod des Vaters vorbereitet hatte. Ihre Jugend verbrachte sie bei Verwandten in Madrid, wo sie eine starke Verehrung der Eucharistie und der Jungfrau Maria entwickelte. Mit 18 Jahren kehrte María Josefa nach Vitoria zurück, wo sie ihren Eintritt in den Klausurorden der Konzeptionistinnen vorbereitete. Sie erlebte jedoch eine herbe Enttäuschung, als sie dieses Vorhaben aufgrund einer Typhuserkrankung aufgeben musste. Auf dem Krankenbett kam sie zu der Überzeugung, nicht zum kontemplativen, sondern zum tätigen Ordensleben berufen zu sein, und trat nach ihrer Genesung in den kurz zuvor in Madrid gegründeten Krankenpflegeorden „Siervas de Maria“ ein.

Kurz vor ihrer Profess wurde María Josefa von starken Zweifeln befallen, über die sie mit verschiedenen Beichtvätern sprach. So wurde ihr klar, dass ihre Berufung nicht in dieser Kongregation lag.

Die Vorsehung führte zwei Personen, die später ebenfalls heiliggesprochen wurden, auf ihren Weg: die Gründerin der Kongregation, Soledad Torres Acosta, und den Bischof Antonius Maria Claret. Mit beiden konnte sie Gespräche über ihre Berufung führen, die allmählich Klarheit verschafften: Sie verließ schließlich zusammen mit vier weiteren Schwestern die „Siervas de Maria“, um eine eigene Kongregation zu gründen.

Am 23. Juli 1871 gründete sie in Bilbao das neue Institut der „Siervas de Jesús“, dessen Charisma ebenso die Krankenpflege war. Es breitete sich sehr schnell aus, zunächst in Spanien und dann in weiteren Ländern. María Josefa, die unter ihrem Ordensnamen als „Madre Corazón“ in Bilbao und darüber hinaus sehr bekannt wurde, blieb 41 Jahre lang, bis zu ihrem Tod, Generalobere der Kongregation und reiste unermüdlich umher, oft unter großen Strapazen, um die einzelnen Häuser zu besuchen.

Im März 1898 wurde sie schwer herzkrank und konnte danach nicht mehr reisen, führte aber von Bilbao aus den Orden weiter durch eine umfassende Korrespondenz, in der sie ihre Schwestern immer wieder die geistlichen Grundlagen ihrer karitativen Arbeit vor Augen hielt. Als sie am 20. März 1912 starb, gab es bereits 43 Ordenshäuser der „Siervas de Jesús“ mit über tausend Schwestern. Die sterblichen Überreste der heiligen „Madre Corazón“ ruhen heute in der ihr geweihten Kapelle des Mutterhauses in Bilbao.