Mailand

01. Mai: Der heilige Riccardo Pampuri OH

Am 01. Mai feiert die Kirche den Gedenktag des heiligen Riccardo Pampuri von den "Barmherzigen Brüdern vom heiligen Johannes von Gott".

Der heilige Riccardo Pampuri OH
Am 21. Oktober 1927, mit 30 Jahren, empfing Pampuri das Ordensgewand und den Namen „Riccardo“ und begann das Noviziat in Brescia, wo er ein Jahr später die Ordensgelübde ablegte. Foto: IN

„Aus den Informationen, die wir Ihnen laufend geben, wissen Sie, wie sich die Pandemie auf den Orden in der Welt auswirkt und vor allem, wie die Familie des heiligen Johannes von Gott in der ganzen Welt mit den Behörden und anderen Organisationen zusammenarbeitet, um die Pandemie zu verlangsamen und zu stoppen. Leider haben sich etliche Brüder und Mitarbeiter inzwischen infiziert. Einige haben sogar ihr Leben verloren. Ihnen gilt unsere Anerkennung für ihren Großmut und ihren Einsatz, in der Gewissheit, dass sie für immer mit dem Auferstandenen leben.“ Mit diesen bewegenden Worten beschrieb P. Jesús Etayo, Generalprior der „Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott“, in seiner diesjährigen Osterbotschaft die Lage seiner Ordensgemeinschaft zur Zeit des Coronavirus.

Die Ordensbrüder sind in aller Welt tätig

Die etwa 1.200 Ordensbrüder und ihre Mitarbeiter sind in aller Welt tätig, führen Krankenhäuser und Palliativstationen, Senioren- und Behindertenheime, kümmern sich um Obdachlose und Migranten. Außer dem Ordensgründer Johannes von Gott († 1550) sind im Laufe der Geschichte auch weitere „Barmherzige Brüder“ zur Ehre der Altäre erhoben worden, darunter der heilige Riccardo Pampuri, dessen Gedenktag die Kirche am 1. Mai feiert.

Erminio Filippo Pampuri wurde am 2. August 1897 in Trivolzio südlich von Mailand geboren. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wuchs er bei einem Onkel auf und besuchte dann das Internat der Augustiner in Pavia. Mit 18 Jahren schrieb er sich dort zum Studium an der medizinischen Fakultät ein. Er musste das Studium allerdings gleich wieder unterbrechen, da er als Sanitäter in den Ersten Weltkrieg eingezogen wurde.

Im Oktober 1917 erlitten die Italiener eine schwere Niederlage in der Schlacht bei Caporetto und wurden zum Rückzug getrieben. Um ihr bloßes Leben zu retten, ließen sie allen Ballast zurück, darunter einen Ochsenkarren mit Verbandsmaterial und Arzneimitteln. Erminio vollbrachte in dieser Situation einen heroischen Akt, für den er am Ende des Krieges einen Orden verliehen bekam: Statt sich selbst so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen, führte er den Ochsenkarren 24 Stunden lang bei strömendem Regen und unter Lebensgefahr hinter den fliehenden Soldaten her, um ihre medizinische Versorgung sicherzustellen.

Nach dem Krieg führte er sein Medizinstudium zu Ende

Nach dem Krieg führte er sein Medizinstudium zu Ende; er promovierte am 6. Juli 1921 mit 24 Jahren. Anschließend ließ er sich in seiner Heimatregion als Landarzt in dem kleinen Dorf Morimondo nieder. Jeden Morgen in aller Frühe besuchte er die Messe in der Dorfkirche, um dann bis zum Mittag Patienten in seiner Praxis zu empfangen. Nachmittags machte er zu Pferd Hausbesuche, teilweise in entlegenen Dörfern, und betete auf dem Weg den Rosenkranz. Viele bitterarme Patienten behandelte er umsonst und organisierte Kleider- und Lebensmittelspenden. Abends verweilte er eine zeitlang in der Kirche zur Anbetung und kümmerte sich auch um die Dorfjugend, unterwies sie im Glauben und brachte sie dazu, sonntags die Messe zu besuchen. Um den Gottesdienst attraktiver zu gestalten, gründete er eine Musikkapelle. Bei den wohlhabenderen Dorfbewohnern warb er außerdem um Spenden für eine Kirchenzeitung. Durch den rastlosen Einsatz von Erminio Pampuri begann das Leben der Pfarrgemeinde von Morimondo zu florieren.

Mit großem Bedauern reagierten die Dorfbewohner daher auf den Entschluss ihres jungen Arztes, bei den „Barmherzigen Brüdern vom heiligen Johannes von Gott“ einzutreten. Am 21. Oktober 1927, mit 30 Jahren, empfing er das Ordensgewand und den Namen „Riccardo“ und begann das Noviziat in Brescia, wo er ein Jahr später die Ordensgelübde ablegte. Er wirkte weiter als Arzt im ordenseigenen Krankenhaus und führte das zahnärztliche Ambulatorium. Außer für seine medizinische Kompetenz und seine Zuwendung zu den Kranken war er für seine tiefe Frömmigkeit bekannt, die ihn schon bald in den Ruf der Heiligkeit brachte. Gesundheitlich ging es ihm jedoch immer schlechter. Er zog sich eine schwere Lungenentzündung zu und erkrankte an Tuberkulose. Er starb am 1. Mai 1930. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 1. November 1989 heilig.

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