Vatikanstaat/ Berlin

WELT verteidigt Papst Pius XII.

Anlässlich des 145. Geburtstags des Pacelli-Papstes verteidigt „Die Welt“ den verstorbenen Papst. Der Beiname „Hitlers Papst“ hafte zu Unrecht an ihm.
Der Papst, die Juden und die Nazis
Foto: dpa | Es ist immer wieder nötig, auf die fehlerhafte Darstellung von Pius XII. in Rolf Hochhuts "Der Stellvertreter" hinzuweisen.

Anlässlich des heutigen Geburtstags des Pacelli-Papstes prangert die Tageszeitung „Die Welt“ die Anklage des Lektors Rolf Hochhuth gegen Pius XII.  als unwahr an. In seinem Bühnenstück „Der Stellvertreter“ wird es so dargestellt, als habe der Papst zum Holocaust geschwiegen.  An der Anklage sei bekannterweise wenig bis gar nichts Wahres dran. 

Lesen Sie auch:

Erfolg auf Kosten des Rufes von Papst Pius XII.

Der Autor des Artikels kritisiert, dass Hochhuth mit seinem fünf Jahre nach dem Tod des Papstes erschienen Stück auf Kosten dessen Rufes große Berühmtheit erlangte. „Denn Pius XII. hat eben nicht geschwiegen zum Holocaust, sondern sich entsprechend den damaligen Usancen seines Amtes entsprechend verklausuliert eben doch geäußert. Doch die Vehemenz von Hochhuths Angriff war so groß, dass an Pacelli bis heute der Beiname ,Hitlers Papst‘ haftet.“

Pius XII. habe sich vielfach – wenn auch indirekt - zu den Angriffskriegen der Wehrmacht  und auch zum Völkermord geäußert. Beispielsweise in seiner Weihnachtsbotschaft 1942. Darin erinnerte er an „Hunderttausende, die ohne eigenes Verschulden, bisweilen nur aufgrund ihrer Nationalität oder Rasse dem Tod oder fortschreitender Vernichtung preisgegeben sind“. 

Warnte den Vatikan vor einer Zusammenarbeit mit der extremen Rechten

Der Papst wurde am 2. März 1876 unter dem bürgerlichen Namen Eugenio Pacelli in Rom geboren. 1899 empfing er die Priesterweihe und erwarb anschließend sowohl den theologischen wie den kirchenrechtlichen Doktortitel. Mit 41 Jahren wurde er zum Bischof geweiht. Im selben Jahr wurde er päpstlicher Nuntius in Bayern und damit inoffiziell zugleich für das gesamte Deutsche Reich. Nachdem er den Hitler-Putsch miterlebt hatte, warnte er den Vatikan vor einer Zusammenarbeit mit den extremen Rechten. 

Nach 13 Jahren in Deutschland kehrte er zurück nach Rom, wo er das Amt des Kardinalstaatssekretärs übernahm. Aus Sorge vor einer antikatholischen Politik des Dritten Reiches wie in Zeiten des Kulturkampfes unter Bismarck war Pacelli zu moderaten Zugeständnissen bereit. So schloss er am 20. Juli 1933 das Reichskonkordat ab. Rund sechs Jahre später verstarb Papst Papst Pius XI. Eugenio Pacelli trat als Pius XII. seine Nachfolge an.  DT/ vwe

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Meldung Angriffskriege Bischöfe Das dritte Reich Deutsches Reich Holocaust Pius XI. Pius XII. Priesterweihen Päpste Rolf Hochhuth Völkermord Wehrmacht

Kirche